Kosten der Vermögensverwaltung: Alles was Sie wissen sollten

Kosten einer Vermoegensverwaltung - Beratung Hand Taschenrechner
Da Vermögensverwalter ein Vermögen über einen längeren Zeitraum verwalten, erheben sie regelmäßig Verwaltungsgebühren. Die Art der Vergütung kann unterschiedlich ausfallen. Die Verwaltungsvergütung kann als Festbetrag vereinbart oder auf Basis des verwalteten Gesamtvermögens bestimmt werden. Auch eine erfolgsbasierte Vergütung mit oder ohne High Watermark ist üblich. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Ein Vermögensverwalter wird direkt von seinem Mandanten bezahlt und stellt seine Dienstleistung nachträglich, nach erbrachter Leistung, in Rechnung. Er darf keine Provisionen bzw. Kickbacks von Produktanbietern oder Banken annehmen. Diese werden gegebenenfalls an den Mandanten weitergereicht. Dies ist nicht nur Auflage der BaFin für die Vergabe und den Bestand der Vermögensverwalter-Lizenz, sondern wird auch jährlich von den Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Auf diese Weise können Mandanten sicher sein, dass der Vermögensverwalter unabhängig von Produkten und Provisionen in seinem Sinne die besten Produkte am Markt heraussucht. Welche Kosten der Vermögensverwaltung kommen auf Sie zu?

Da Vermögensverwalter das Vermögen dauerhaft verwalten und nicht nur einmalig beraten, wie beispielsweise ein Honorarberater, stellen sie regelmäßig eine Verwaltungsvergütung in Rechnung. Die Art der Vergütung kann verschieden sein. Die Verwaltungsvergütung kann als Fixbetrag vereinbart werden oder sie bemisst sich am verwalteten Gesamtvermögen. Auch eine erfolgsbasierte Vergütung mit oder ohne High Watermark ist üblich.

Vermögensverwaltung Kosten – Die laufende Verwaltungsvergütung

Vermögensverwalter erheben laufend, meist quartalsweise, halbjährlich oder jährlich, eine Verwaltungsvergütung für ihre Dienstleistung. Die Kosten einer Vermögensverwaltung werden selten über einen festen Betrag geregelt. Üblich ist eine prozentuale Verwaltungsvergütung, die sich am Gesamtvermögen auf den verwalteten Konten und Depots bemisst. Die Höhe dieser Vergütung fällt je nach Vermögensverwalter unterschiedlich aus. Sie beträgt im Durchschnitt 1 % p.a.. Die Brutto-Rechnungssumme wird mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt, die das Unternehmen an das Finanzamt abführt. 

Eine prozentuale Berechnung ist sowohl für den Kunden als auch den Vermögensverwalter fair. Auf diese Weise erhält der Vermögensverwalter mit steigendem Vermögen indirekt eine Belohnung für den Erfolg. Der Kunde kann seinerseits darauf vertrauen, dass eine Vermögensmehrung im beiderseitigen Interesse liegt. Und die Kosten der Vermögensverwaltung nicht höher sind als die Rendite. Noch stärker schlägt sich dies jedoch bei einer direkten Erfolgsvergütung durch.

Kosten der Vermögensverwaltung mit Erfolgsbeteiligung

Eine Erfolgsbeteiligung ist sowohl für Mandanten als auch für den Dienstleister eine feine Sache. Sie wird am Ende eines vereinbarten Zeitraums, meistens jährlich, anhand des erwirtschafteten Gewinns berechnet. Oft verwendet man auch den englischen Begriff „Performance Fee“. Eine unabhängige Vermögensverwaltung wird dadurch direkt für seine Erfolge entlohnt und der Kunde kann auf die Erfolgsabsichten des Vermögensverwalters vertrauen. Die Erfolgsvergütung kann zwischen 10 und 20 % liegen. Mit ihr verringert sich normalerweise die laufende Verwaltungsvergütung deutlich.

Dass ein Vermögensverwalter nur auf Basis der Performance arbeitet, ist unwahrscheinlich. Die Börse ist bekanntlich eine Achterbahn: Auf ein erfolgreiches Jahr folgen manchmal schauderhafte Verluste. Davon bleiben auch Experten nicht verschont. Ihr Handeln ist – so wie es jede Investition an den Kapitalmärkten sein sollte – langfristig ausgerichtet. Die laufende Verwaltungsvergütung sichert dabei das Existenzminimum des Unternehmens und sorgt dafür, dass sie auch in Schwächeperioden ihre Investmentstrategie im Sinne des Kunden weiterverfolgen können.

High Watermark: Das Sahnehäubchen für den Kunden

Damit die schlechten Jahre am Kapitalmarkt den Kunden kostenmäßig nicht beeinträchtigen, vereinbaren viele Vermögensverwalter in ihrem Vertrag mit einer sogenannten High Watermark, die fairste Art der Erfolgsbeteiligung. Sie findet sich übrigens auch bei einigen Investmentfonds.

Eine High Watermark (einfach übersetzt „Höchstwasserstandsmarke“) sorgt dafür, dass Gewinne nur einmal mit einer Gewinnbeteiligung belegt werden können. Der Vermögensverwalter berechnet jährlich seine Gewinnbeteiligung, jedoch nicht in Verlustphasen. Einmal erreichte Vermögenshöchststände müssen erst wieder überschritten werden, bevor der Vermögensverwalter erneut eine Performance-Fee in Rechnung stellen darf.

Zur Veranschaulichung her ein Beispiel:

  • Start der Vermögensverwaltung 01.06.2018: 100.000 Euro
  • Stand per 31.12.2018: 120.000 Euro
  • Stand per 31.12.2019: 70.000 Euro
  • Stand per 31.12.2020: 110.000 Euro
  • Stand per 31.12.2021: 140.000 Euro

Der Vermögensverwalter stellt mit der ersten Rechnung 2018 eine Erfolgsbeteiligung auf den Gewinn von 20.000 Euro in Rechnung. Die neue High Watermark beträgt nun 120.000 Euro. In den darauffolgenden zwei Jahren berechnet er keine Performance-Fee, da die High Watermark nicht wieder erreicht wurde. Erst am 31.12.2021 kann der Vermögensverwalter wieder eine Erfolgsbeteiligung auf den über die High Watermark hinausgehenden Gewinn 20.000 Euro berechnen. Auf diese Weise wird nur der tatsächlich erwirtschaftete Gewinn der Erfolgsbeteiligung unterworfen und es entstehen keine ungerechtfertigt hohen Kosten der Vermögensverwaltung.

Vermögensverwaltung Kosten – Fazit: Fair, transparent und günstiger als man denkt

Vermögensverwalter erhalten keine Provisionen von Produktanbietern oder Banken. Sie stellen ihre Gebühren dem Kunden direkt und transparent in Rechnung. Vergleicht man die Kosten für eine provisionsabhängige Finanzberatung mit den Kosten einer Vermögensverwaltung, sind die Mandanten oft überrascht über den Unterschied. Bei einer Anlage von 100.000 Euro in einen Fonds mit Ausgabeaufschlag von 5 % reduziert sich das Vermögen, noch bevor es angelegt wird, um 5.000 Euro. Bei Vermögensverwaltern fällt kein Ausgabeaufschlag an. Er stellt seine Rechnung erst zum Jahresende nach erbrachter Verwaltungsleistung. 

Welches unserer Vergütungsmodelle Ihren Vorstellungen am besten gerecht wird, erörtern wir gerne ausführlich mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch.

Informieren Sie sich auch gerne darüber, was eine unabhängige Vermögensverwaltung ist. Mehr zu unserer Vermögensverwaltung in Frankfurt finden Sie hier.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beide Geschlechter.

Michael Scholtis

Michael Scholtis

Michael Scholtis ist Senior Relationship Manager und Partner der Plutos Vermögensverwaltung AG. Er ist außerdem Fondsmanager unseres Kana NEB Fund, wo er sich auf trendstarke Qualitätsaktien fokussiert. Zuvor war Michael Scholtis Wertpapierspezialist der Commerzbank AG Region Taunus und später Geschäftsführer bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung im Taunus tätig.

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