Börsencrashs und abschließende Entwicklungen: Ein historischer Überblick

Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass es am Aktienmarkt nur eine Gewissheit gibt: Nämlich, dass es immer Krisen und Crashs geben wird. Vielleicht nicht in dem Ausmaß, wie wir es innerhalb der letzten 2 Jahre gesehen haben. Mit Corona, dem Ukrainekrieg und der daraus resultierenden Energie-/ und Inflationskrise scheint es, als folge eine Krise der Nächsten. Umso verständlicher ist es, dass Investoren momentan zunehmend verunsichert agieren. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass sich die Aktienmärkte in der Regel immer von Crashs und globalen Krisen erholt haben. Im folgenden Artikel werden historische Börsencrashs und die damals anschließende Entwicklung der Aktienmärkte vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Der Börsencrash 1987

Der Börsencrash im Oktober 1987 war der erste signifikante Crash nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Ursachen des auch unter dem Namen „Schwarzer Montag“ bekannten Ereignis, bleiben bis heute ein Rätsel. Auffällig war jedoch, dass Aktienkurse stetig anstiegen, was wiederum nicht der Entwicklung der Gewinne entsprach. Hinzu kamen erhebliche Spannungen am Persischen Golf, sowie eine kritisch hinterfragte Schuldenpolitik von Ronald Reagan. Am 19. Oktober 1987 erreichte der Crash seinen Höhepunkt. Der Dow Jones in New York brach um 23 % ein, bis dato der höchste Verlust innerhalb eines Tages. Als Reaktion wurde der Handel einige Tage ausgesetzt. Insgesamt jedoch waren die Folgen des Börsencrashs recht überschaubar. Bereits 15 Monate später hatte sich der Dow Jones auf Vorkrisenniveau eingependelt. 

Die Dotcom Krise 2000

Unter dem Begriff „Dotcom Blase“ ist heute einer der größten Börsencrashs der Vergangenheit bekannt. Sie bezeichnet die Spekulationsblase, welche sich auf den damals neuen Markt der Internet-Technologie bezog. Die Erfolgsgeschichte der Internetunternehmen, welche Anfang der 1990er Jahre begann, endete letztendlich in einer Katastrophe für die Unternehmen und vor allem für Kleinanleger. Das primäre Ziel der neuen und innovativen Internetfirmen war schnelles Wachstum. Somit strömten zahlreiche kleine Firmen an die Börse, um mit dem eingesammelten Kapital ihre Wachstumsziele voranzutreiben. Die technologischen Entwicklungen in der damaligen Zeit, wie bspw. das Handy, sorgten für einen gewaltigen Hype unter Investoren. Scheinbar völlig blind investierten Kleinanleger in Unternehmen, mit der Hoffnung das schnelle Geld zu machen. Zu Beginn schien dieser Traum in Erfüllung zu gehen. Gegen Ende der 1990er Jahre vervielfachte sich die Börsenbewertung vieler Unternehmen innerhalb kurzer Zeit. Diese Kurssteigerungen zogen noch mehr Anleger an. Investmentfonds, welche ebenfalls zunehmend auf den Hype setzten, verstärkten die Spekulationsblase. Im März 2000 erreichte der DAX ein neues All-Time High. Getrieben von steigenden Kursen und schnellen Gewinnen, wurden vollkommen fundamentale Unternehmensbewertungen und Jahresabschlüsse ignoriert. Die hohen Bewertungen der Firmen wurden durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt. Noch im gleichen Monat jedoch, platzte die Blase endgültig. Keine zwei Jahre später waren von den knapp 300 Milliarden Marktkapitalisierung der Internetfirmen gerade noch 30 Milliarden übrig. Der Nadaq, welcher Anfang März bei über 5.000 Punkten stand, verzeichnete 2 Jahre später nur noch 114 Punkte. Der Crash löschte eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen Dollar aus. Insbesondere für Kleinanleger war die massive Kapitalvernichtung eine finanzielle Katastrophe. Zwar brauchte der Nasdaq mit 15 Jahren erheblich länger, als 1987, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Heute steht der Nasdaq jedoch bei über 10.000 Punkten. Auch von dieser Krise haben sich die Märkte somit erholt.

Der Crash des 11. September 2001

Auslöser dieser Krise waren die Terroranschläge radikaler Islamisten am 11. September 2001 in den USA. Damals flogen mehrere Flugzeuge in das World Trade Center in New York, dem Wahrzeichen der Stadt und in das US-Verteidigungsministerium. Als Reaktion fiel der S&P 500 in den darauffolgenden Tagen um circa zwölf Prozent. Weitere Verluste wurden vermieden, nachdem der Handel mehrere Tage ausgesetzt wurde. Des Weiteren senkte die US-Notenbank FED die Zinsen. Beide Maßnahmen zeigten ihre Wirkung. Bereits gegen Ende des gleichen Jahres markierten alle US-amerikanischen Indizes höhere Kurse als vor den Anschlägen. 

Börsencrash 2008 – Die Finanz- und Wirtschaftskrise

Ausgangspunkt dieser Krise war die sogenannte Subprime-Krise in den USA, welche 2008 ihren Höhepunkt erreichte. Der Begriff „Subprime“ beschreibt hier Hypothekenkredite. Der Traum von den eigenen vier Wänden veranlasste Millionen US-Bürger ein Eigenheim zu kaufen, ohne das nötige Geld dafür zu haben. Somit wurden Kredite aufgenommen, wobei die Häuser als Hypothek dienten. Ab 2004 stiegen die variablen Zinssätze der Hypothekenkredite so stark an, dass diese nicht mehr gezahlt werden konnten und Menschen obdachlos wurden. Die Immobilien, sowie die zugrundeliegenden Wertpapiere verloren massiv an Wert. Da diese Wertpapiere vorher von Rating-Agenturen als sicher eingestuft wurden, hatten sich Kreditinstitute auf der ganzen Welt mit diesen eingedeckt und erlitten somit ebenfalls vehemente Verluste. Das Vertrauen der Banken untereinander nahm erheblich ab, wodurch es zu Insolvenzen kam. Als bekanntestes Beispiel eignet sich hierfür die Insolvenz der Investmentbank „Lehman Brothers“. Alleine in Deutschland wurde ein Rettungspaket in Höhe von 480 Milliarden Euro beschlossen, um Insolvenzen zu verhindern. 

Der DAX verlor 2008 allein über 40 %, der S&P 500 verlor von 2008-2009 ebenfalls über 40 %. 

5 Jahre später hatte sich der DAX jedoch auch von dieser Krise wieder erholt und markierte anschließend neue All-Time Highs. 

Corona-Crash 2020

Ausgelöst durch das sich schnell verbreitende Coronavirus Anfang 2020, kam es zu einem globalen Stillstand und somit zu einer weiteren Wirtschaftskrise. Von Panik gepackt stürzten die Aktienmärkte in die Tiefe. Am 12. März verzeichnete der DAX einen Tagesverlust von über 12 %, eines der höchsten Tagesverluste in der Geschichte. Die Arbeitslosigkeit stieg, viele Geschäfte mussten als Konsequenz des Lockdowns Insolvenz anmelden. 

Gegen alle Erwartungen jedoch stieg der Dax und andere Indizes bereits im gleichen Jahr auf Vorkrisenniveau, und markierten im darauffolgenden Jahr allesamt neue All-Time Highs. Mit einer so schnellen Erholung der globalen Finanzmärkte hatte vorher niemand gerechnet.

Fazit: Ob Crash oder Boom, es gilt die Nerven zu bewahren

Die Krisen und Crashs, welche alle unterschiedlicher Natur waren, haben immer eine Gemeinsamkeit. Früher oder später haben sich die großen und bekannten Indizes immer von Kurseinbrüchen erholt. Dies lehrt uns zwei Dinge. Zum einen ist es ein großer Fehler, in Zeiten von Crashs alles zu verkaufen. In vielen Fällen haben die globalen Märkte relativ schnell Verluste wett gemacht und teilweise sogar neue Rekordwerte erreicht. Des Weiteren veranschaulichen nahezu alle Krisen, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Negative Nachrichten und Krisen werden schnell eingepreist. Mit dem Krieg in der Ukraine und der Energiekrise haben die Märkte bereits die nächste Krise eingepreist. Nun also setzen Investoren auf die neue Weltordnung, die durch den Krieg entsteht. Somit werden auch Friedensszenarien an der Börse eingepreist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die globalen Aktienindizes in den kommenden 12 Monaten entwickeln. Sicher ist jedoch: Auch diese Krisen werden wir überwinden und früher oder später neue All-Time Highs sehen. 

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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