Beliebte Mischfonds: Warum zu viel Streuung schadet

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Gewinne ohne Risiken, das versprechen sich viele Anleger von breit gestreuten Mischfonds. Warum es nicht ein breitgefächertes Anlageallerlei ist, das einen guten Mischfonds ausmacht, und welches die echten Erfolgsfaktoren sind, erklären wir in diesem Beitrag. 

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Gewinne ohne Risiken, das versprechen sich viele Anleger von breit gestreuten Mischfonds. Warum es nicht ein breitgefächertes Anlageallerlei ist, das einen guten Mischfonds ausmacht, und welches die echten Erfolgsfaktoren sind.

Mischfonds erfreuen sich hoher Beliebtheit bei deutschen Anlegern. Kein Wunder, verheißen sie doch mit ihrer breiten Streuung auf verschiedene Anlageklassen Gewinnmöglichkeiten in jeder Marktphase bei gleichzeitiger Verlustbegrenzung. Seit 2015 verzeichnet das Anlageinstrument jährlich stetige Mittelzuflüsse, wohingegen Aktien und Anleihefonds mit Kauf- und Verkaufswellen zu kämpfen haben. In den letzten drei Jahren stieg das Nettovermögen deutscher Mischfonds laut BVI von 229 auf 310 Milliarden Euro, ein stattlicher Zuwachs von 36%. Aber nicht alle Mischfonds sind gleich erfolgreich, viele von ihnen dümpeln ohne besondere Errungenschaften vor sich hin. Die Wenigen, die aus der Masse herausragen, bestechen durch ein klug durchdachtes und erprobtes Investmentkonzept, das erfahrene Fondsmanager umsetzen, die sich klar am Markt positionieren.

Es ist nicht die Mischung, die einen guten Mischfonds ausmacht. Im Gegenteil, eine zu große Streuung des Fondsvermögens kann dem Anlageerfolg schaden. Denn diesen generiert man entweder durch Outperformance in Börsenhaussen oder Verlustreduzierung in Abwärtsphasen – am besten beides! Setzt das Fondsmanagement keine klaren Akzente, kann sich der Fonds bei steigenden Märkten nicht von anderen absetzen. Unser mehrfach ausgezeichneter Fondsmanager und Kapitalmarktstratege Thomas Käsdorf erklärt das so: „Einen erfolgreichen Mischfonds macht aus, dass er eben nicht überall dabei ist. Der Fondsmanager muss größtmögliche Flexibilität bewahren und nach aktuellen Trends Ausschau halten“. Für ihn sieht die optimale Portfoliostreuung so aus:

Überschaubare Portfoliozusammensetzung

30-40 Positionen sind ausreichend, um die Werte sinnvoll auf verschiedene Branchen und Regionen zu verteilen und unternehmerische Risiken zu minimieren. Mit zunehmender Positionsanzahl verwässert der Mehrwert gewinnbringender Investitionsentscheidungen, und das Ergebnis kann bestenfalls durchschnittlich ausfallen. Andersherum trägt auch in schwierigen Marktphasen eine breite Streuung nicht zur gewünschten Risikoreduzierung bei. Kommt es zum Crash, sind meist alle Anlageklassen gleichermaßen vom Ausverkauf betroffen. Ein Mischfonds kann sich dann zwar mit einem geringeren Verlust von einem Aktienfonds absetzen, erzielt aber unter seinesgleichen keinen Mehrwert. Bei großen Fondsvolumina müssen allerdings mehr Positionen her. Nicht wegen der Streuung, sondern vielmehr, um die Veräußerbarkeit der Investitionen jederzeit zu gewährleisten. Denn ein hohes Verkaufsvolumen muss man in fallenden Märkten mit Verkaufsüberhang erst einmal loswerden. Es ist kein Zufall, dass viele erfolgreiche Fonds mit zunehmenden Mittelzuflüssen an Erfolg einbüßen. Besonders, wenn Sie nicht auf Derivate zur Absicherung zurückgreifen dürfen, die ein schnelles Reagieren auf Stimmungsumschwünge erlauben. Viele Mischfonds haben diese genau Option nicht, was bei wachsendem Fondsvolumen schon einigen erfolgreichen Managern das Genick gebrochen hat.

Die maximale Größe einer Einzelposition sollte 5 % am Gesamtportfolio nicht überschreiten, optimal sind 2-5 %. Bei höherer Konzentration ist das Risiko einer Fehlpositionierung, vor der auch erfahrene Kapitalmarktexperten leider nicht gefeit sind, zu hoch und es fällt schwer, den Schnitzer mit den anderen positiven Investitionsentscheidungen wieder auszubügeln. Selbstüberschätzung ist einer der gefährlichsten menschlichen Fehler an der Börse.

Nicht jede Anlageklasse zu jedem Zeitpunkt

Auch muss ein Mischfonds nicht immer sämtliche Anlageklassen abdecken, um Risiken für die Anleger zu reduzieren. Bestimmte ökonomische Konstellationen können dazu führen, dass einzelne Anlageklassen über einen gewissen Zeitraum keinerlei Mehrwert – weder gewinnbringend noch verlustreduzierend – versprechen. Ein Beispiel: Seit Beginn der Notenbankeingriffe in das Finanzsystem, die mit Anleihekäufen Zinsniveau und Bondrenditen künstlich niedrig halten, bergen Anleihen mehr Nachteile als Vorteile für Investoren: Die laufenden Erträge sind unattraktiv. Anleihen sind vor Kursverlusten und Totalverlust bei Insolvenz nicht gefeit und bieten somit keinen nennenswerten Diversifikationseffekt. Und sie schützen nicht vor der massiven Geldentwertung. Deswegen haben wir Anleihen aus unserem Mischfonds-Portfolio gestrichen und mit substanzhaltigen Dividendenaktien und Edelmetallen ersetzt.

Aktives Management zur Risikoreduzierung

Warren Buffets wichtigste Börsenregel lautet: „Verliere niemals Geld“. Denn wer 50 % verliert, muss 100 % gewinnen, um wieder auf sein Ausgangsvermögen zu kommen. Darum ist es wichtig, Verluste so gering wie möglich zu halten, um sich eine gute Ausgangsposition für die kommende Erholung zu verschaffen. Damit sich ein Mischfonds langfristig überdurchschnittlich entwickelt, muss er aber nicht grundsätzlich defensiv aufgestellt sein. Ein aktives und konsequentes Risikomanagement, das Chancen langfristig identifiziert und Risiken kurzfristig ausschaltet, ist effektiver als eine übermäßige Streuung. Dieser Punkt ist gleichzeitig ein großer Vorteil von einem Mischfonds im Vergleich zu einem ETF (Aktiver Fonds vs ETF). Dieses Risikomanagement erfolgt im Hause Plutos schon seit Jahren anhand charttechnischer Trends, mit denen man Aufwärts- und Abwärtsrisiken kontinuierlich analysiert, und nicht anhand von Bilanzen.

Erfahren Sie mehr über unseren Mischfonds Plutos Multi Chance, der zu den besten seiner Klasse gehört und in diesem Jahr bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Fondsmanagement, Personal und Compliance. Er agiert außerdem seit 2020 neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance. Zuvor war Kai Heinrich Leiter des Wertpapiergeschäftes der Commerzbank AG Region Taunus und Direktor des Wealth Managements bei der Commerzbank AG Region Rhein Saar.

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