In Silber investieren: Worauf sollte man jetzt achten?

In Silber investieren - Silberbarren gestapelt
Beim Investieren in Silber gibt es verschiedene Faktoren, die man beachten sollte. Dazu zählt neben dem "Wie investiere ich in Silber" auch das "Worauf sollte ich beim Investieren in Silber achten?". In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn man in Silber investieren möchte, sollte man wissen, welche Faktoren den Silberpreis beeinflussen können. Ein Blick in die Geschichte hilft zu verstehen, wie sich zukünftige Kurse entwickeln können.

Silber wird seit über 2.500 Jahren als Zahlungsmittel verwendet. Seine Kursentwicklung erlangte jedoch erst mit Einführung des Goldstandards 1871 größere Bedeutung, als Silber nicht mehr alleiniges Zahlungsmittel und Reservewährung war. Die Chartaufzeichnungen reichen bis etwa 1970 zurück. Anhand des Silbercharts erklären wir Ihnen in diesem Beitrag die wichtigsten historischen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf den Silberpreis. Wir empfehlen Ihnen vorher auch unseren umfangreichen Beitrag zum Thema Investieren in Edelmetalle zu lesen.

Silberblase – die berühmteste Spekulation in der Geschichte der Edelmetalle

Von seinem historisch niedrigen Niveau zu Beginn der Chartaufzeichnungen 1971 stieg der Silberpreis von 1,80 US-Dollar bis 1980 auf 52 US-Dollar. Für diesen Kursanstieg von fast 3.000 Prozent gab es gleich mehrere Ursachen. Als Präsident Nixon im August 1971 den Goldstandard abschaffte, führte das nicht nur zu einem hohen Vertrauensverlust in die nun beliebig vermehrbaren Papiergeldwährungen, sondern auch zu hohen Inflationsraten. Diese haben den Preisen von Edelmetallen schon immer Auftrieb gegeben und sie gelten daher als Absicherung gegen Geldentwertung.

Auch in den 70-er Jahren hielten Investoren deswegen ihre Reserven lieber in Edelmetallen als in Geldwerten. Dieser Trend verstärkte sich noch mit der Aufhebung des Verbotes privaten Goldbesitzes im Jahr 1975. Auch die Ölkrise ab 1973 sorgte für zusätzliche Unsicherheit und Kaufinteresse für Silber und Gold.

Silberblase Spekulation - Bild von Seifenblase in silber auf Schnee
Die Silberblase – Eine der berühmtesten Spekulationen in der Geschichte der Edelmetalle.

Als größte Preistreiber in dieser Zeit dürften wohl aber die Gebrüder Hunt in die Geschichte des Silberpreises eingehen. Sie stiegen Anfang der 70-er Jahre in den Silbermarkt ein und häuften allein bis 1974 Silberbestände von 55 Billionen US-Dollar an. Zum Ende des Jahrzehnts besaßen sie etwa 50 Prozent der US- bzw. 15 Prozent der weltweiten Silbervorräte und kontrollierten damit den Silbermarkt. Da sie nicht nur mit Terminkontrakten handelten, sondern sich das Silber auch physisch ausliefern ließen, sorgten sie für eine Verknappung des Angebots, was den Silberpreis steil nach oben katapultierte.

Notenbank lässt Silberblase platzen

Der Preisanstieg fand mit dem Einschreiten der US-Notenbank ein jähes Ende. Sie untersagte zu Beginn 1980 den Kauf größerer Mengen Silber und erhöht die Sicherheitsanforderungen für Terminkontrakte.

Die Folge: Ein rapider Verfall des Silberpreises, der am 27. März 1980 ein Jahrestief von 10,80 US-Dollar erreichte. Dieser Tag geht als „Silver Thursday“ in die Börsengeschichte ein, dabei war er noch nicht das Ende der Talfahrt. Erst bei 5 US-Dollar fand der Silberpreis seinen Boden. Es sollte übrigens nicht das einzige Mal bleiben, dass die Notenbanken den Preisanstieg von Edelmetallen stoppen.

Das Platzen der Silberblase hatte nicht nur auf den Silberpreis Einfluss. Auch der Preis von Platin hatte darunter zu leiden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Investieren in Platin.

Auch die Konjunkturentwicklung bestimmt den Silberpreis

Die zwei Haupttreiber des Silberpreises kommen aus der Geldpolitik und der Realwirtschaft. Wie auch Gold gilt Silber seit jeher als nicht beliebig vermehrbare Währung zur Absicherung gegen Geldentwertung und Inflation. Dank seiner physikalischen Eigenschaften ist es aber auch in der Produktion stark nachgefragt. Silber ist stark leitfähig, reflektierend, antibakteriell und deswegen wichtiger Werkstoff in der Elektro- und Automobilindustrie wie auch in der Kosmetik und Medizin. 56 Prozent der Gesamtnachfrage nach Silber stammt aus der Industrie. Das ist eine wichtige Besonderheit für das Investieren in Silber. Sie lässt sich an der Entwicklung des Silberpreises ab 2000 gut erkennen.

Nach einer 20 Jahre andauernden Seitwärtsphase startet der Silberpreis ab 2000 einen erneuten Preisanstieg von 4 US-Dollar auf 48 US-Dollar in 2011, der mit dem Anstieg der US-Staatsverschuldung und der Schwäche des US-Dollars einhergeht.

Entwicklung Silberpreis 1990 bis heute - Chart
Investieren in Silber: Nach einer 20 Jahre andauernden Seitwärtsphase steigt der Silberpreis ab 2000. (Chart: VWD)

Die Einführung von ETFs, mit denen Gold und Silber nun börsentäglich gehandelt werden können, machen Edelmetalle für Investoren zudem leichter zugänglich und sorgen für einen zusätzlichen Nachfragehype.

Erst die internationale Finanzkrise sorgt ab 2008 für eine Unterbrechung des Preisaufschwungs. Aus Angst vor einem weltwirtschaftlichen Totalzusammenbruch bricht der Silberpreis, zusammen mit Aktienmärkten und anderen Edelmetallen, um über 60 Prozent auf 8,40 US-Dollar ein. Wegen der Eurokrise, Zweifeln an US-Bonität, Konflikten in Arabien, dem Erdbeben Japan steigt der Preis bis 2011 wieder auf über 40 US.Dollar an. Die Sorgen um weltweite Staatsfinanzen, Zustand des Fiat-Währungssystems und steigende Inflation sind größer als die Rezessionsängste.

In Silber investieren – Und wieder die Notenbanken

Der darauffolgende Kursrutsch kam für viele Investoren überraschend. Der Silberpreis muss mehrere Tage in Folge Verluste im zweistelligen Bereich hinnehmen, allein am 5. Mai sind es -13,1 Prozent. Die Volatilität hält bis 2015 an. Der Silberpreis fällt auf unter 15 US-Dollar, obwohl die internationale Schuldenpolitik noch expansiver als bisher fortgeführt wird.

Was war passiert? Abermals boten die Zentralbanken dem Silberpreis Einhalt. Die erhöhten Hinterlegungssummen für Silberfutures an der COMEX und an der Shanghai Gold Exchange lösten einen Kurseinbruch aus. Die Verkaufswelle wird durch Verkäufe von Hedge Fonds noch verschärft.

Investieren in Silber – Ein Blick in die Zukunft

Seit 2019 geht es nun wieder bergauf mit dem Silberpreis. Im Gegensatz zu Gold, dessen Wertentwicklung durch unkontrollierte Geldvermehrung und zunehmende Staatsschulden befeuert wird, fällt die Aufwärtsbewegung bei Silber jedoch noch verhalten aus. Die hohe Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung bremst die Kursentwicklung aus. Vieles spricht aber dafür, dass der Silberpreis derzeit eher unterbewertet ist.

In Silber investieren - Vergleich Silber, Gold und S&P500 Kurs - Chart
Im Vergleich zum Goldpreis und dem S&P500 ist der Silberpreis derzeit eher unterbewertet.

Vor allem vielversprechende Einsatzmöglichkeiten bei Zukunftstechnologien wie erneuerbare Energien, Akkus für Elektromobilität oder als elektronische Komponenten in der Digitalisierung könnten die Industrienachfrage in den nächsten Jahrzehnten ankurbeln.

Investieren in Silber – Fazit

Der Silberpreis hat sich historisch gesehen volatil entwickelt. Dazu kam es besonders durch die Silberblase in den 70er Jahren und das wiederholte einschreiten der Notenbanken in die Entwicklung des Silberpreises.

Aktuell ist der Silberpreis historisch gesehen auf einem moderaten Niveau und im Vergleich zur Entwicklung des S&P500 und dem Goldpreis könnte man von einer Unterbewertung sprechen.

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Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.

Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Fondsmanagement, Personal und Compliance. Er agiert außerdem seit 2020 neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance. Zuvor war Kai Heinrich Leiter des Wertpapiergeschäftes der Commerzbank AG Region Taunus und Direktor des Wealth Managements bei der Commerzbank AG Region Rhein Saar.

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