Die Woche der Wahrheit

Inhaltsverzeichnis

Konjunktur & Aktienmärkte

Konjunktur & Rentenmärkte:

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte ihren Leitzins am 14. September 2023 um 0,25 % – und damit zum zehnten Mal in Folge. Der Zinssatz von 4,50 % markiert den höchsten Wert seit der Einführung des Euro im Jahr 1999.

Der für die Banken entscheidende Einlagenzinssatz stieg analog um 0,25 % auf 4,00 %, sodass die bei der EZB geparkte Liquidität auch höher verzinst wird. Angesichts einer Inflation von 5,60 % und dem angestrebten Ziel einer Inflationsrate von 2,00 % könnte erwartet werden, dass weitere Zinserhöhungen folgen.

Der Markt geht jedoch davon aus, dass die EZB in naher Zukunft eine Zinspause einlegen wird, während sie betont, dass sie auch weiterhin auf einen datengestützten Ansatz setzen wird, um sich verschiedene Handlungsoptionen offenzuhalten. Neben dem Leitzins haben damit auch die Anleiherenditen ein anhaltendes Rendite-Plateau erreicht.

Weitere Impulse für die weltweite Geldpolitik und die Rentenmärkte sind durch die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve Bank (Fed) in den USA am 20. September 2023 zu erwarten.

Eine weiterhin hohe Inflation beim US-Arbeitsmarkt, der an Dynamik nachgelassen hat, bietet Spielraum für verschiedene Szenarien und Entscheidungen.

Aktienmärkte

Der Deutsche Aktienindex DAX schließt die Woche positiv mit 0,59 % bei 15.893,5 Punkten ab. Die 16.000er Marke ist damit weiterhin nah, konnte aber seit August 2023 nicht mehr durchbrochen werden.

Die Unterstützung durch die EZB diese Woche mit einer zu erwartenden Zinspause wurde dankend angenommen. Weitere umfangreiche Straffungsmaßnahmen sind zurzeit nicht eingepreist.

Auf der Gewinnerseite waren die Immobilienwerte, die unter den bisherigen Zinsmaßnahmen besonders gelitten hatten.

Vonovia konnte am 14. September 2023 ein Plus von 5,10 % verzeichnen, LEG Immobilien immerhin 3,40 %. Aufgrund der hohen Liquidität im Markt besteht für Unternehmen mit Substanz eine positive Grundstimmung, sodass einzelne Titel unabhängig von der konjunkturellen Lage im derzeitigen Umfeld profitieren können.

Wie wenig ein Einzelwert einen Gesamtindex mitreißen kann, zeigt das Beispiel von Arm (siehe Einzelwerte).

Der NASDAQ ist trotz des euphorischen Börsengangs des Chip-Herstellers auf Wochenbasis im Minus.

Der breit angelegte S&P 500 steht dahinter nur leicht zurück. Der Dow Jones kann, trotz eines negativen Wochenabschlusses, zumindest auf Gesamtwochensicht positiv abschließen.

Einzelwerte

Der britische Chiphersteller Arm gab ein erfolgreiches Comeback auf dem Parkett. Innerhalb kürzester Zeit stieg der Preis von 51,00 $ auf 61,00 $.

Die Marktkapitalisierung beträgt damit 65 Mrd. $. Der geringe Umfang von 95,50 Mio. Aktien, der ausgegeben wurde, hat einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung.

SoftBank, der bisherige Eigentümer, wird auch zukünftig ein Großaktionär des Unternehmens bleiben. Arm nimmt eine entscheidende Stellung in der Halbleiterindustrie ein, Tech-Giganten wie Apple, Google und Samsung gehören, aufgrund des Chip-Designs, zu den Kunden des Unternehmens.

Das Umfeld ist aufgrund seiner Affinität für neue Technologien und den Hype um Chip-Unternehmen wie NVIDIA besonders günstig. Neben diesen psychologischen Faktoren kann Arm mit harten Zahlen überzeugen.

Dank der attraktiven Lizenzverträge lag der Umsatz im letzten Jahr bei 2,68 Mrd. $. Bei einem Nettogewinn von 524 Mio. $ ergibt sich eine Rendite von fast 20,00 %.

Durch die anhaltend hohe Nachfrage bei Chips und Halbleitern sind die Voraussetzungen für ein angestrebtes Wachstum von 20,00 % im Jahr möglich.

Die globalen Unwägbarkeiten mit der Halbleiterindustrie als Spielball zwischen den USA und China sowie die hohe Bewertung des Unternehmens (Marktwert entspricht dem 120-fachen des Profits, NVIDIA: Marktwert/Profit bei 110) schränken die Fantasie der Investoren ein.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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