Nachhaltige Geldanlage mit neuen Möglichkeiten

Nachhaltige Geldanlage mit neuen Moeglichkeiten - Umwelt Windmuehlen Natur
Der Markt für nachhaltige Geldanlage wächst seit Jahren mit zunehmender Tendenz - das haben die Finanzwelt und auch die Industrie längst erkannt und politische Unterstützung eingefordert. Wir berichten in diesem Beitrag über den neusten Stand rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Seit einigen Jahren erfreut sich der Markt für nachhaltige Geldanlage an einem enormen Wachstum. Dies ist insbesondere auf das zunehmende Umweltbewusstsein der Bevölkerung zurückzuführen. Auch die Regierung fordert hier Tempo und Engagement. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden zum Leitmotiv“, so die Regierung. Im Rahmen der vom Kabinett beschlossenen neuen Strategie für nachhaltige Finanzierung war Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD der Ansicht „der Finanzmarkt kann Billionen von Euro in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit bewegen“. Des Weiteren betonte er, dass Ökologie und Ökonomie keinesfalls unvereinbar sind. Da die Industrie und Finanzwelt dies schon lange erkannt haben, werden die Rufe nach Unterstützung seitens der Politik lauter.

Dass der Finanzmarkt und die Unternehmen die Signifikanz der nachhaltigen Finanzierung verstanden haben, wird bei einem Blick auf das Emissionsvolumen von nachhaltigen Anleihen ganz klar deutlich. Somit verzeichnete die Climate Bonds Initiative ein enormes Wachstum seit 2018 von 170 Milliarden auf 270 Milliarden US-Dollar. Die EZB antizipiert ein jährliches Wachstum bei grünen Anleihen in Höhe von 30 %.

Thema Nachhaltigkeit auf allen ESG-Ebenen wichtig 

Aus einer Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI) geht hervor, dass Unternehmen, die sich über nachhaltige Finanzierungsinstrumente finanzieren, dies nicht aus Selbstzwecken tun. Stattdessen verstehen sie dies als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Christine Bortenlänger, Vorstand des DAI, sieht eine große Bereitschaft der Unternehmen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Ressourcen zu investieren. Ein weiteres Ergebnis der Studie des DAI war, dass ein Großteil der Impulse, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen, von den Unternehmen selbst oder von anderen Marktteilnehmern wie bspw. Ratingagenturen kommt. Auch bei Investorengesprächen oder Veranstaltungen ist das Thema Nachhaltigkeit immer präsenter. Hierbei geht es hauptsächlich um die sogenannten ESG-Bestandteile: Environment (Umwelt), Social (Soziale Aspekte) und Governance (Unternehmensführung). Überdies sei auch festzustellen, dass Finanzverantwortliche eines Unternehmens vermehrt den Dialog mit den Nachhaltigkeitsverantwortlichen eines Unternehmens suchen.

Lieferkettengesetz setzt neue Standards

Im Grunde genommen folgen die Unternehmen einer Entwicklung, welche im Privatleben schon seit längerer Zeit an Bedeutung gewinnt. Vermehrt achten Konsumenten auf die Herkunft eines Produktes. Sie kaufen vermehrt Bioprodukte und boykottieren Unternehmen, welche mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht werden. Außerdem vermeiden Verbraucher zunehmend Unternehmen, welche gewisse Umweltstandards schlicht missachten oder durch den Verkauf von Waffen Umsätze verzeichnen. Auch die Politik fördert diesen Trend hin zur Nachhaltigkeit, wie die Verabschiedung des neuen Lieferkettengesetzes zeigt. 

Nachhaltige Geldanlage bietet neue Möglichkeiten

Jedoch muss sich nicht nur der Einzel- und Großhandel mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung auseinandersetzen. Auch die nachhaltige Geldanlage findet immer mehr Interessenten. Es werden vermehrt nachhaltige Aktienfonds und grüne Anleihen angeboten, welche ein Investment mit gutem Gewissen ermöglichen.

Die sogenannten Green Bonds erfreuen sich einer zuvor nie dagewesenen Nachfrage. Green Bonds klingen geradezu nach einem Traum für jeden, der sein Vermögen umweltbewusst und nachhaltig anlegen möchte, um somit auch nachhaltige Vorhaben zu unterstützen.

Dass Umweltbewusstsein mit geringen Renditen einhergeht, ist mehr als falsch. Nachhaltiges Investieren bietet nämlich unter Umständen äußerst attraktive und beachtliche Renditen. Das im Rahmen von nachhaltigen Fonds verwaltete Vermögen in Deutschland betrug gegen Ende des Jahres 2020 ca. 147 Milliarden Euro. Somit verzeichnete die Branche für nachhaltige Investments ein Wachstum von stolzen 29 % bzw. 33 Milliarden Euro verglichen zum Vorjahr 2019. Dies ging aus einer Auswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) hervor. 

Das Volumen der Publikumsfonds stieg sogar um 52 % auf ca. 91 Milliarden Euro. Ein eher geringes Wachstum hingegen war bei konventionellen Fonds festzustellen (3 %). Ein wesentlicher Treiber für die wachsende Nachfrage an nachhaltigen Investments war die sehr gute Rendite, welche in den Vorjahren erzielt wurde.

Nachhaltiger Fonds mit höherer Rendite

Die BVI hat im Jahre 2020 die durchschnittlichen Renditen der fünf wichtigsten Gruppen nachhaltiger Publikumsfonds etwas genauer unter die Lupe genommen. Anschließend wurden sie mit konventionellen Fonds der gleichen Gruppe verglichen. Das Ergebnis war eindeutig: Alle nachhaltigen Publikumsfonds erzielten höhere Renditen als die konventionellen Fonds. Während der Unterschied der Rendite bei Mischfonds (ausgewogen, global) ungefähr 0,9 % betrug, waren es bei den Aktienfonds (global) stolze 3,8 %.

Wertentwicklung der wichtigsten Gruppen nachhaltiger Publikumsfonds 2020
Wertentwicklung der wichtigsten Gruppen nachhaltiger Publikumsfonds 2020

Ein Blick auf zwei weltweit etablierte Indizes

Wer auf der Suche nach einer passenden Benchmark ist, um somit seine nachhaltigen Investments vergleichen zu können, kann dies dank einer Anzahl von Vergleichsindizes problemlos tun. Insbesondere der MSCI World Socially Responsible Index (SRI) und der Dow Jones Sustainability Index World Enlarged haben sich als Benchmark etabliert.

Der SRI verfolgt dabei folgenden Ansatz: Er filtert aus 23 Industrieländern etwa 400 Unternehmen, welche das höchste ESG-Ranking aufweisen. Als Grundlage dieser Analyse dient der bekannte MSCI-World-Index, der 1600 globale Unternehmen abdeckt. Das ESG-Ranking wird hierbei von bei MSCI beschäftigen Analysten vorgenommen und erarbeitet. Hierzu werden öffentlich verfügbare Informationen verwendet, wie Geschäftsberichte oder Medienberichte. Neben dem reinen ESG-Ranking spielt aber auch die Marktkapitalisierung eine entscheidende Rolle. Somit gibt der MSCI vor, dass die Aktien, welche es aufgrund eines guten ESG-Scores in den SRI schaffen, zusammen 25 % des Börsenwerts des klassischen Index ausmachen müssen. Des Weiteren verfolgt der MSCI den Ansatz der Ausschlusskriterien. Dieser schließt gewisse Branchen, u.a. Waffen, Alkohol, Glücksspiel etc. grundsätzlich aus. Somit besteht für Unternehmen aus diesen Branchen gar nicht erst die Möglichkeit in den SRI aufgenommen zu werden. Ende September des Jahres 2020 machten US-amerikanische Aktien mit 63 % einen Großteil des SRI aus. Dennoch ist der prozentuale Anteil geringer als beim herkömmlichen Index MSCI World.

Der Dow Jones Sustainability Index verfolgt im Grunde genommen einen ähnlichen Ansatz. Berücksichtigt werden aber neben Industrieländern auch Schwellenländer. Insgesamt werden 550 Unternehmen in den Index aufgenommen. Der Auswahlprozess ist jedoch ein anderer. Die Auswahl basiert hierbei auf einem Fragebogen, welcher im Rahmen von ca. 100 Seiten Nachhaltigkeitskriterien abfragt. Im Gegensatz zum SRI, dient der S&P Global Broad Market Index als Grundlage dieser Analyse. Analysten werten die Ergebnisse der Fragebögen aus, gewichten diese und erarbeiten anschließend einen Nachhaltigkeits-Score. Von den Unternehmen mit dem höchsten Score, schaffen es aber letztendlich nur 20 % jeder Branche in den Index, welche die größte Marktkapitalisierung aufweisen. Ähnlich wie beim SRI werden auch hier umstrittene Branchen im Voraus ausgeschlossen. Der Anteil der US-amerikanischen Aktien war Ende letzten Jahres mit 52 % etwas geringer als beim SRI.

Fazit aus der Sicht der Plutos Vermögensverwaltung

Nachhaltige Geldanlagen und nachhaltige Unternehmensstrukturen sind das heiße Thema im Jahre 2021 und werden es auch bleiben. Wir bei der Plutos Vermögensverwaltung AG beschäftigen uns seit circa zwei Jahren sehr intensiv mit der Materie. Wir haben in langen Besprechungen unseren Weg für das Thema ESG und nachhaltige Geldanlage geebnet. Es ist sehr spannend dieses Thema intensiv zu begleiten und aus unserer Sicht sind wir auf einen guten Weg. Was wir nicht wollen, ist “Greenwashing“ oder den „Best-In-Class-Ansatz“ zufahren. Unsere Gedanken richten sich in die Zukunft, in der wir alle mit guten Unternehmen leben wollen und können. Aber auch bei uns herrscht die Unsicherheit, ob unsere Ansätze, im Angesicht der ESG-Richtlinien, den Vorgaben standhalten. 

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel „Nachhaltig investieren mit Plutos: Mehr als nur Klimaschutz“.

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Michael Scholtis

Michael Scholtis

Michael Scholtis ist Senior Relationship Manager und Partner der Plutos Vermögensverwaltung AG. Er ist außerdem Fondsmanager unseres Kana NEB Fund, wo er sich auf trendstarke Qualitätsaktien fokussiert. Zuvor war Michael Scholtis Wertpapierspezialist der Commerzbank AG Region Taunus und später Geschäftsführer bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung im Taunus tätig.

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