Episode #015

Unsicherheit über Zinsanhebung sorgt für Volatilität der Märkte

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Während vergangene Woche Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank, vorerst keine Erhöhung des europäischen Leitzinses verkündete, beendeten die großen Aktienindizes die zurückliegenden fünf Handelstage durchwachsen. Mehr dazu hier.

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Während vergangene Woche Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank, vorerst keine Erhöhung des europäischen Leitzinses verkündete, beendeten die großen Aktienindizes die zurückliegenden fünf Handelstage durchwachsen. Am vergangenen Freitag, Eröffnungstag der Olympischen Spiele in Peking, gaben die europäischen Börsen größtenteils nach. An der Wall Street konnten sowohl die Technologiebörse Nasdaq als auch der breiter aufgestellte Index S&P 500 die Woche mit einem positiven Ergebnis beenden.
Insbesondere die amerikanischen Arbeitsmarktdaten, welche eine allgemeine Lohnsteigerung aufwiesen, ließen die Sorgen vor einer schnelleren Straffung der Geldpolitik weiter steigen. Mitte März soll die erste Zinsanhebung erfolgen, bis dahin können Investoren über den Schritt der Erhöhung lediglich spekulieren. Die Volatilität wird aufgrund dieser Unsicherheit vermutlich weiterhin hoch bleiben.

Inflationsdruck durch steigenden Ölpreis

Im Hinblick der hohen und anhaltenden Inflationsraten im Euroraum könnte die EZB ihre aktuelle Geldpolitik in den nächsten Monaten ändern. Inflationsdruck gibt es derzeit auch durch den weiter gestiegenen Ölpreis, welcher letzten Freitag bei 93,44 US-Dollar lag. Insbesondere ein Konflikt an der russisch-ukrainischen Grenze könnte den Preis aufgrund einer möglicherweise sinkenden Fördermenge weiter steigen lassen.

Börsenzahlen der amerikanischen Großkonzerne

Die aktuelle Berichtssaison ließ die Volatilität in der vergangenen Woche ebenfalls weiter steigen. Unter den prominenten Verlierern befanden sich der soziale Medienriese Meta (ehemals Facebook) und der amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal. Aufgrund der veröffentlichten Quartalszahlen gaben die Aktien der beiden Unternehmen auf Wochensicht fast 25 % nach. Die heftigen Verluste entstanden nachbörslich und unmittelbar nachdem die Unternehmen ihre Aussichten für das kommende Quartal präsentierten. Offensichtlich sind Investoren mit der Entscheidung von Mark Zuckerberg, CEO des Social-Media-Konzerns, den Fokus des Unternehmens auf das Metaverse zu legen, nicht zufrieden.
Im Gegensatz zu PayPal und Meta konnte das Social-Media-Unternehmen Snap Investoren sowohl mit den erzielten Ergebnissen als auch mit den Aussichten überzeugen. Die Aktie des App-Betreibers stieg am Freitag um 58,41 %. In den letzten drei Monaten konnte das Unternehmen die Zahl der aktiven Nutzer von 306 auf 319 Millionen ausbauen. Des Weiteren konnte der Umsatz auf 1,3 Milliarden US-Dollar erhöht werden. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahresquartal von 42 %. Außerdem konnte das Unternehmen das erste Mal seit dem Börsengang einen Nettogewinn, welcher sich auf 22,5 Millionen US-Dollar belief, erzielen.
Positive Neuigkeiten gab es auch von dem amerikanischen Online-Händler und Cloudbetreiber Amazon. Die Aktie des Unternehmens, welches seine Bücher am Donnerstagabend der Öffentlichkeit präsentierte, legte am vergangenen Freitag um 13,04 % zu. Die starken Kursbewegungen sind auch hier nachbörslich entstanden, sodass die Aktie mit einem positiven Gap in den letzten Handelstag gestartet ist.

Negative Neuigkeiten für Evotec

Negative Neuigkeiten gab es von dem deutschen Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Evotec. Die Zusammenarbeit an der Entwicklung eines Medikaments gegen einen chronischen Husten mit dem Pharmakonzern Bayer wurde aufgrund von schlechten Studiendaten eingestellt. Investoren bestraften das Unternehmen mit einem Kursrückgang am letzten Handelstag der vergangenen Woche von 13,39 %.

Bitcoin erreicht erneut die Marke von 40.000 US-Dollar

Erfreuliche Neuigkeiten gab es letzte Woche hingegen für Krypto-Investoren. Die digitale Leitwährung Bitcoin konnte am Freitag wieder die Marke von 40.000 US-Dollar erreichen. Nachdem sowohl die bekannteste Kryptowährung als auch alternative Devisen zu Jahresbeginn teilweise erheblich unter Druck geraten sind und mit den fallenden Tech-Aktien stark korrelierten, konnte sich die neue Asset-Klasse wieder stabilisieren. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Volatilität sowohl für Aktien als auch für Kryptowährungen in den nächsten Wochen hoch bleiben wird.

Aktuelle Börsenzahlen

Während Russland in der vergangenen Woche weitere Truppen an der ukrainischen Grenze positionierte, fielen die Ergebnisse der Börsen, wie bereits eingangs erwähnt, durchwachsen aus. Der deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit einem Minus von 1,43 % ab. Der EUROSTOXX 50 wies einen Verlust von 1,22 % auf. Die NASDAQ 100 konnte einen Kursgewinn von 1,66 Prozentpunkten erzielen. Der Dow Jones schloss die Woche mit einem Plus von 1,05 % ab. Der S&P 500 legte 1,55 Prozentpunkte zu, wobei sich eine Feinunze (Gold) auf Wochenbasis um 0,80 % verteuerte. Letzten Freitag lag der Preis einer Feinunze bei 1808,025 US-Dollar. Eine virtuelle Münze des Bitcoins beendete die zurückliegende Woche mit einem Plus von 7,96 %.

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