Gewinner des „KI-Booms“

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Es bleibt nach wie vor das beherrschende Thema: Künstliche Intelligenz (KI). Selbst neun Monate nach dem offiziellen Start von ChatGPT, beschäftigen sich Medien, Unternehmen, bis hin zu Regierungen mehr denn je mit den Möglichkeiten und Gefahren der neuartigen Technologie. Nahezu sämtliche Aufmerksamkeit war auf das Startup OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, welche gigantische Summen an Investorengeldern erhalten hat, fokussiert.

Zu diesen Investoren gehört auch der Techkonzern Microsoft. Dieser verspricht sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für das eigene Produktportfolio, wie beispielsweise die Microsoft-Office Tools. Somit plant Microsoft die künstliche Intelligenz von ChatGPT in diese Tools zu integrieren. Auch die eigene Suchmaschine Bing soll von ChatGPT profitieren und eine Alternative zu Google darstellen.

Neben Microsoft und OpenAI gibt es jedoch zahlreiche weitere Firmen, die ebenfalls maßgeblich vom „KI-Boom“ profitieren könnten. Häufig sind diese Firmen jedoch nicht auf dem Radar der Medien und Investoren, da ein Zusammenhang nicht direkt zu vermuten ist. Welche Firmen das sind und welche Branchen in Zukunft von dem Vorantreiben der künstlichen Intelligenz profitieren, erläutern wir in diesem Artikel.

Ein großer Markt mit viel Potenzial

ChatGPT hat zweifellos die Ära der künstlichen Intelligenz eingeleitet. Das Marktpotenzial der neuen und vielversprechenden Technologie ist nach Aussage von Experten riesig. Allein für das Jahr 2024 wird im Bereich künstlicher Intelligenz ein globaler Umsatz in Höhe von 550 Milliarden Dollar prognostiziert.

In den darauffolgenden Jahren soll der Umsatz rasant ansteigen. Diese Prognose ist besonders interessant, da die Dynamik, mit der sich der Markt entwickelt, deutlich zugenommen hat. Vor fünf Jahren lag die Schätzung für dasselbe Jahr noch bei 71 Milliarden US-Dollar. Bereits 2022 hatte der Markt bei 450 Milliarden Dollar gelegen.

2030 könnte der globale Markt für künstliche Intelligenz bei knapp 2 Billionen Dollar liegen. Diese astronomischen Größen lassen bereits vermuten, dass nicht nur Firmen wie Microsoft oder OpenAI von der künstlichen Intelligenz profitieren werden, sondern eine Vielzahl diverser Unternehmen.

Künstliche Intelligenz: Ein Hoch auf Chiphersteller

Die vermutlich größten Profiteure des „KI-Booms“ sind Chiphersteller. ChatGPT und andere KI-Programme können mit nur wenigen Stichworten beliebig Texte, Bilder und sogar Videos generieren. Um dies zu ermöglichen, werden eine Vielzahl an Berechnungen parallel durchgeführt – in anderen Worten sind die Programme demnach auf signifikante Rechenpower angewiesen.

Hierfür eignen sich insbesondere Grafikkarten-Chips, in Fachsprache auch GPUs genannt. Die Weiterentwicklung und Verbesserung von künstlicher Intelligenz sind bereits im vollen Gange. Die Investmentbank Goldman Sachs antizipiert allein in den USA, bis 2030 Investitionen in KI in Höhe von einem Prozent der dortigen jährlichen Wirtschaftskraft. Um eine schnelle und erfolgreiche Weiterentwicklung von KI zu gewährleisten, müssen in erster Linie die Rechenkapazitäten mithalten, was die Nachfrage nach Chips stark ansteigen lässt.

Der bekannteste und weltgrößte Chiphersteller ist das US-Unternehmen NVIDIA. Das Unternehmen wurde vor circa 30 Jahren gegründet und beherrscht Experten zufolge einen Marktanteil von stolzen 80,00 % des Weltmarkts für Grafikkarten-Chips. Der Konzern hat ein beeindruckendes Produktportfolio, welches rein der Beschleunigung und Verbesserung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen dient. Der jüngste „KI-Boom“ ließ die Aktie von NVIDIA nahezu explodieren.

Erst vor kurzem durchbrach das Unternehmen die Schallmauer von einer Billion Dollar Marktwert. NVIDIA’s Chips sind unter anderem zu tausenden in den Hochleistungsrechner von ChatGPT verbaut. Auch Google verlässt sich auf die NVIDIA’s Chips um den Übersetzungsdienst „Google Translate“ zu trainieren. Aber auch andere Chiphersteller sind auf dem Markt vertreten, auch wenn in einem deutlich kleineren Umfang als NVIDIA.

AMD und Intel sind nur zwei bekannte Beispiele für weitere Firmen, welche Chips für KI-Anwendungen herstellen. NVIDIA bleibt hier jedoch die unangefochtene Nummer eins auf dem Markt der Chiphersteller.

KI-basiertes autonomes Fahren

Auch das autonome Fahren wird sehr stark von künstlicher Intelligenz profitieren, da es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bietet. Insbesondere KI-basierte Kameras werden den Traum des autonomen Fahrens überhaupt erst ermöglichen. Ein bekanntes Beispiel hier ist die Firma Mobileye. Mobileye ist aus einer Abspaltung von Intel entstanden und konzentriert sich primär auf autonome Fahrtechnik und Fahrassistenzsysteme, zu denen Chips und Kameras gehören.

Vor nicht allzu langer Zeit überbot das Unternehmen die eigenen Quartalsprognosen. Auch für die Zukunft bleibt das Unternehmen sehr optimistisch: CEO Amnon Shashua verweist auf Aufträge in zweistelliger Milliardenhöhe bis ins Jahr 2030. Mobileye hat die weltweit erste Software für Fahrzeuge auf den Markt gebracht, die mithilfe von KI und einer Kamera verhindern soll, dass Fahrer die Höchstgeschwindigkeit auf Straßen überschreiten.

Intelligent Speed ​​Assist (ISA) ist somit eine Technologie, die bereits in neuen Fahrzeugen eingeführt wurde und auf einer Kombination aus Kameras, Karten mit niedriger Auflösung und GPS-Daten basiert. Das ISA-System von Mobileye hingegen nutzt maschinelles Lernen und eine einzige Kamera, um die Geschwindigkeitsbegrenzung automatisch zu ermitteln.

Die ISA-Technologie kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs verlangsamen, um die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten, oder einen passiveren Ansatz verfolgen und den Fahrer warnen, wenn das Fahrzeug zu schnell fährt. Die neue Software nutzt mehrere fortschrittliche Technologien, darunter die Möglichkeit zu erkennen, ob ein Geschwindigkeitsschild für die Fahrspur relevant ist, auf der sich der Fahrer befindet.

Sie wurde für den EyeQ-Rechenchip konzipiert, der auch eine Vielzahl weiterer Funktionen wie einen Notbremsassistenten und Warnungen vor toten Winkeln unterstützt. Der Einsatz der KI-basierten Software ist in allen 27 EU-Ländern sowie in Israel, Norwegen, der Schweiz und der Türkei zertifiziert und zugelassen.

KI-basierte Datenanalyse

Auch der Bereich Datenanalyse gilt als großer Gewinner des „KI-Booms“. In Zeiten des digitalen Zeitalters sehen sich Firmen zunehmend mit riesigen Mengen an Daten konfrontiert. Es ist durchaus komplex diese Datenmengen zu sammeln, zu organisieren und vor allem zu analysieren. Um dies zu tun, werden Cloud-basierte Plattformen immer beliebter.

Die Data Science- und KI-Branche wird sich mit einer Cloud Computing-Datenbank in Zukunft verändern. Cloud Computing ermöglicht es Firmen ihre Daten zu schützen und effizienter zu verwalten. Ein führendes Unternehmen im Bereich KI-basierter Datenanalyse ist Alteryx. Alteryx’s Software ist vor allem für Daten und automatisierten Analysen dieser Daten bekannt.

Erst im Juni dieses Jahres hat das Unternehmen mit „AiDIN“ eine KI und maschinelles Lernen in die Alteryx-Analytics-Cloud-Plattform integriert. In erster Linie sollen Effizienz und Produktivität von Analysen verbessert werden. Dies ermöglicht den Kunden, diese KI zu nutzen, um die Entscheidungsfindung basierend auf Daten zu vereinfachen und zu verbessern.

Weitere Profiteure von künstlicher Intelligenz

Auch andere Branchen, wie beispielsweise der Kundenservice, wird maßgeblich von KI profitieren. In den letzten Jahren haben sich Kundenansprüche und deren Erwartungen wie noch nie zuvor verändert. Immer mehr Kunden erwarten einen optimalen und schnellen Kundenservice bei Fragen und Beschwerden. Insbesondere KI-basierte Chatbots sind sehr vielversprechend.

Sie ermöglichen eine nahezu menschliche Kommunikation mit dem Kunden via automatisierten Chatfunktionen. Der Kundendienst erfährt dadurch eine große Entlastung und Kunden gelangen schneller an zufriedenstellende Antworten, da KI-basierte Chatbots tausende Anfragen parallel bearbeiten können. Von großer Bedeutung ist hier vor allem die Fähigkeit der Chatbots von Kundeninteraktionen zu lernen.

Das bedeutet, dass Chatbots mit jeder Kundenanfrage „smarter“ und effizienter werden. Einer Umfrage zufolge ist es für Kunden dennoch durchaus wichtig, das Gefühl zu haben, eine menschliche Interaktion zu haben. Die gilt als größte Herausforderung für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kundensupport. Ein führendes Unternehmen im Bereich KI-basierter Kundendienst ist Twilio. Neben automatisierten Chatbots, können sogar Telefonate mit Hilfe von KI geführt werden.

Eine weitere Branche, welche von der steigenden KI-Nachfrage profitieren wird, sind Unternehmensberatungen im Bereich „Einsatz von KK“. Zahlreiche Firmen haben das Potenzial von künstlicher Intelligenz für das eigene Unternehmen erkannt, wissen jedoch nicht, wie eine erfolgreiche und sinnvolle Integration in das bestehende Geschäft aussehen sollte.

Hier haben sich bereits neben den drei großen Unternehmensberatungen, viele weitere Firmen positioniert. Sie erarbeiten mit den jeweiligen Unternehmen einen Umsetzungsplan, mit Hilfe dessen eine erfolgreiche Integration und anschließende Anwendung von KI sichergestellt werden soll. Eine dieser Firmen ist das deutsche Unternehmen Norcom IT. NorCom IT unterstützt beim produktiven Einsatz innovativer KI-Technologie wie KI-Software, KI-Consulting, KI-Anwendungen.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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