Bitcoin ETF: Folgt jetzt der große Hype?

Zu Beginn des Jahres 2024 erhielt in den Vereinigten Staaten die Genehmigung für Bitcoin-ETFs, genauer gesagt für ETFs auf den Bitcoin-Spotpreis, grünes Licht. Seitdem sind mehrere Bitcoin-Spot-ETFs verschiedener Anbieter verfügbar. Wie sich der Bitcoin-Preis seitdem verhielt und wie es möglicherweise weitergeht, lesen Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Ein Blick auf den Bitcoin-Preis

Kurzfristig (siehe Abbildung 1) scheint der Bitcoin-Preis seit der SEC-Zulassung vom 11. Januar 2024 deutlich zugelegt zu haben. Knapp 60 % kletterte der Bitcoin gen Norden und verzeichnete mit 73.794 USD pro Bitcoin im März 2024 ein Allzeithoch. In den darauffolgenden Wochen gab der Bitcoin etwas nach. Rund 10 % unter dem Allzeithoch notiert der Bitcoin aktuell im Vergleich zum USD.

Abbildung 1: Bitcoin/US-Dollar auf Tagesbasis, Quelle: TradingView

Langfristig (siehe Abbildung 2) scheint die Zulassung den Bitcoin ebenfalls befeuert zu haben. Allerdings gilt es mit Blick auf den langfristigen Chart zu beachten, dass die Zulassung während eines bereits Anfang 2023 etablierten und intakten Aufwärtstrends erteilt wurde. Inwiefern sich der Bitcoin auch ohne die Zulassung verhalten hätte, ist natürlich nicht zu sagen. Eine alleinige Zuschreibung des Kurserfolgs auf die SEC-Zulassung würde dem Bitcoin zumindest nicht gerecht werden. Des Weiteren scheint das Momentum im Bitcoin lediglich vier Monate nach der SEC-Zulassung bereits abgeflacht zu sein. Um die Kursbewegungen besser zu verstehen, gilt es, einen Blick hinter den Chart zu werfen.

Abbildung 2: Bitcoin/US-Dollar auf Monatsbasis, Quelle: TradingView

https://bit.ly/4c9ESQs

Investitionsfluss in Bitcoin-Indexfonds verlangsamt sich

Der Blick hinter den Bitcoin-Chart führt zunächst zu den Kapitalflüssen.

Neue Daten von Farside Investors zeigen, dass alleine in der vergangenen Woche 116,8 Millionen US-Dollar in die zehn BTC-Indexfonds geflossen sind. Obwohl sie weiterhin Zuwächse verzeichnen können, hat sich das Tempo der Nettozuflüsse seit Mitte April deutlich verlangsamt.

https://farside.co.uk/?p=997

Abbildung 3: Mittelflüsse der größten Bitcoin-ETF-Anbieter, Quelle: Farside Investors

Erwähnenswert: Der Grayscale-Fonds verzeichnete als einziger Anbieter Mittelabflüsse. Diese waren dafür aber mit rund 18 Mrd. USD nicht zu knapp. Der Hauptgrund für die Abflüsse beim einstigen Spitzenreiter liegt in den vergleichsweisen hohen Gebühren begründet. Dennoch: Unter dem Strich schossen die Mittelzuflüsse in den Bitcoin hoch. Die Stagnation des Anstiegs wirft die Frage auf, wie es mit dem Bitcoin weitergeht.

Bitcoin-ETF als Katalysator eines Booms?

Knapp 5 % der Bitcoins werden derzeit in Form von den zugelassenen ETF-Investitionen gehalten. Der Preisanstieg im Bitcoin war bisher primär von Privatanlegern geprägt. Der Großteil der 12 Mrd. USD flossen in den vergangenen Monaten in die ETF-Angebote (siehe Abbildung 3).

Das institutionelle Geld, ein 48 Billionen US-Dollar Markt, hielt sich bisher weitestgehend vom Bitcoin-Geschehen zurück.

Sollten sich institutionelle Anleger, wie z. B. Finanzberater, Vermögensverwalter oder Banken dafür entscheiden, vermehrt Richtung Krypto zu allokieren, kann der Bitcoin einen wahren Boom erleben.

https://dune.com/hildobby/btc-etfs

https://www.btc-echo.de/news/galaxy-krypto-gigant-ueber-europa-strategie-und-bitcoin-etfs-182761/

Mögliche Faktoren, die einen Bitcoin-Boom befeuern können

Es gibt mehrere überzeugende Argumente, warum institutionelle Anleger in Bitcoin investieren könnten:

1. Diversifikation: Bitcoin weist eine niedrige oder negative Korrelation zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen auf. Durch die Aufnahme von Bitcoin in ihr Portfolio können institutionelle Anleger ihr Risiko diversifizieren und möglicherweise ihre Gesamtrenditen verbessern.

2. Inflationsschutz: Einige institutionelle Anleger betrachten Bitcoin, trotz der Volatilität, als Absicherung gegen die Inflation. Da Bitcoin eine begrenzte Gesamtmenge hat und sein Angebot algorithmisch festgelegt ist, könnte es sich langfristig gegen den Wertverlust von Fiat-Währungen absichern.

3. Wachsende Akzeptanz: Die Akzeptanz von Bitcoin sowohl als Zahlungsmittel als auch als Anlageklasse nimmt stetig zu. Institutionelle Anleger könnten von der zunehmenden Integration von Bitcoin in traditionelle Finanzinfrastrukturen profitieren, wie z. B. die Genehmigung von Bitcoin-ETFs oder die Einführung von regulierten Bitcoin-Futures.

4. Langfristiges Wachstumspotenzial: Einige institutionelle Anleger könnten in Bitcoin investieren, um von seinem langfristigen Wachstumspotenzial zu profitieren. Sie könnten die Ansicht vertreten, dass Bitcoin aufgrund seiner begrenzten Gesamtmenge, seiner globalen Akzeptanz und seiner zunehmenden Verwendung in verschiedenen Anwendungsfällen, wie z. B. als Wertspeicher oder als Zahlungsmittel, langfristig an Wert gewinnen wird.

5. Technologische Innovation: Institutionelle Anleger, die auf der Suche nach Investitionen in innovative Technologien sind, könnten in Bitcoin investieren, um von seiner bahnbrechenden Blockchain-Technologie zu profitieren. Sie könnten die Potenziale von Blockchain-Anwendungen jenseits von Bitcoin erkennen und in Bitcoin investieren, um Zugang zu diesem wachsenden Ökosystem zu erhalten.

6. Früher Markteintritt: Durch einen frühen Einstieg in den Bitcoin-Markt könnten institutionelle Anleger eine Wettbewerbsposition aufbauen und von möglichen langfristigen Renditen profitieren, bevor der Markt noch weiter ausgereift ist und die Preise steigen.

Mögliche Faktoren, die einen Bitcoin-Boom verhindern können

1. Volatilität: Bitcoin ist bekannt für seine extreme Volatilität im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen. Diese Volatilität kann für institutionelle Investoren ein Risiko darstellen, insbesondere für solche, die eine konservative Anlagestrategie verfolgen oder regulatorischen Anforderungen unterliegen.

2. Regulatorische Unsicherheit: Die regulatorische Landschaft für Kryptowährungen ist in vielen Ländern immer noch unklar oder im Wandel begriffen. Institutionelle Investoren unterliegen strengen Vorschriften und müssen sicherstellen, dass ihre Investitionen den geltenden Vorschriften entsprechen. Die Unsicherheit über zukünftige Regulierungen kann institutionelle Investoren davon abhalten, in Bitcoin zu investieren.

3. Mangelnde Infrastruktur: Institutionelle Investoren benötigen oft spezialisierte Infrastruktur und Dienstleistungen, um in eine Anlageklasse zu investieren. Der Mangel an regulierten Bitcoin-Börsen, sicheren Aufbewahrungsmöglichkeiten und anderen Finanzinstrumenten (z. B. Futures) kann institutionelle Investoren abschrecken.

4. Reputationelles Risiko: Einige institutionelle Investoren könnten zögern, in Bitcoin zu investieren, aufgrund seines Images als Anlageklasse mit Verbindungen zu illegalen Aktivitäten, Volatilität und mangelnder Reife im Vergleich zu etablierten Anlageklassen. Das Eingehen von Positionen in Bitcoin könnte das Image des Unternehmens beeinträchtigen und das Vertrauen der Kunden oder Anleger gefährden.

5. Mangelndes Verständnis oder Expertise: Viele institutionelle Investoren haben möglicherweise nicht das erforderliche Verständnis für die Technologie hinter Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen. Die Komplexität des Ökosystems und die technischen Aspekte könnten dazu führen, dass institutionelle Investoren zögern, in Bitcoin zu investieren, bis sie sich ausreichend mit dem Thema vertraut gemacht haben.

Fazit: Bitcoin als Risiko-Asset

Anleger sollten stets auf eine saubere Diversifikation ihres Portfolios achten. Neben Aktien und Anleihen können Rohstoffe, Devisen, Derivate, Immobilien und eben auch exotischere Anlagen dazu zählen: Krypto, Kunstwerke, Oldtimer, Uhren und vieles mehr kann als Wertanlage dienen. Durch die ambivalente Situation hinsichtlich der Einflussfaktoren auf den Bitcoin ist es kaum seriös zu sagen, wie sich der Bitcoin in Zukunft verhalten wird.

Wichtig ist und bleibt die rationale Besinnung auf eine kluge Asset-Allokation. Bitcoin, unter anderem in Form einer ETF-Anlage, kann durchaus eine sinnvolle Beimischung in die Gesamtallokation darstellen.

Wir bieten unseren Kunden eine individuelle Beratung und Verwaltung hinsichtlich ihrer Präferenzen und stets mit Blick auf die Risikoaffinität sowie din langfristigen finanziellen Ziele. Blindes, dem Trend hinterherrennen, gilt es zu vermeiden, ebenso wie das unbedachte Allokieren von zu hohen Anteilen des Portfolios in solche Risikoanlagen.

Sollten Sie noch Fragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf!

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Wichtige Hinweise:

Die in der Rubrik zur Verfügung gestellten Informationen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Informationen im Rahmen von Finanzanlagen unterliegen aber stetiger Veränderungen und wechselnder Einschätzungen. Eine Haftung wird ausgeschlossen.
Sofern in den Darstellungen Charts verwendet werden, beziehen sich diese auf den dort angegebenen vergangenen Zeitraum, die angegebene Währung und es ist angegeben, ob es sich um eine Betrachtung vor oder nach Kosten handelt. Eine Kurs- oder Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist kein verlässlichen Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jede Finanzanlage hat bestimmte Risiken, bitte beachten Sie die Risikohinweise.

Die Plutos Vermögensverwaltung AG ist ein kommerzieller Anbieter, die Ausführungen können daher auch werbliche und bezahlte Elemente beinhalten. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar, sondern sind eine Momentaufnahme der Finanzmärkte. Wir empfehlen grundsätzlich vor jeder Entscheidung die Beratung durch Ihre Bank oder einen unabhängigen Vermögensverwalter. Die Plutos Vermögensverwaltung AG erhält, sofern nicht anders angegeben, keine besondere Vergütung für die veröffentlichten Beiträge. Sofern sie aber Funktionen im Rahmen einer dargestellten Finanzanlage wahrnimmt, kann sie hierfür eine Vergütung erhalten.
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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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Smart Contracts sind digitale Verträge, die auf einer Blockchain gespeichert sind und automatisch ausgeführt werden, sobald festgelegte Bedingungen und Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Technologie wird hauptsächlich genutzt, um die Umsetzung einer Vereinbarung zu automatisieren, sodass alle Beteiligten sofort über das Ergebnis informiert sind, ohne dass ein Vermittler eingeschaltet werden muss oder Zeit verloren geht. Außerdem können Smart Contracts Arbeitsabläufe automatisieren, indem sie die nächste Aktion auslösen, sobald die vorher festgelegten Bedingungen erfüllt sind. Lesen Sie hier mehr zum Thema.

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