Kai Heinrich | 07. April 2026 |

Trumps finales Ultimatum?

Ultimatum-Wörterbuch
Inhaltsverzeichnis

Konjunktur & Rentenmärkte

In der vergangenen Woche hat sich die Lage im Nahen Osten weiter zugespitzt. Aktuell droht Trump dem Iran, alle Brücken und Kraftwerke zu zerstören und setzt ein Ultimatum, das in der Nacht zum Mittwoch um 2:00 Uhr MESZ endet. Im Verlauf der zurückliegenden Woche weitete Israel seine Offensive im Süden des Libanon aus. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen griffen in den Konflikt ein und meldeten Raketenangriffe auf Israel. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Krieg gegen den Iran nähere sich zwar dem Ende, militärische Operationen würden aber noch zwei bis drei Wochen andauern. Gleichzeitig signalisierte Teheran grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, wies jedoch Berichte über eine konkrete Waffenruhe zurück. Die Aussagen sorgten weltweit für starke Marktbewegungen und Unsicherheit über den weiteren Verlauf. Berichte über einen iranischen Raketenangriff auf einen Öltanker sowie die Aussicht auf weitere Militärschläge nach Ablauf des Ultimatums verstärkten die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts.


Der Anstieg der Öl- und Gaspreise zeigt sich bereits in den europäischen Verbraucherpreisen für März. Die Daten zeigen einen Anstieg der Inflation um 1,2 % zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr gerechnet stieg die Inflation von 1,9 % auf 2,6 %.


Überraschenderweise wurden aus vielen Ländern auch positive Konjunktur- und Stimmungsdaten für März geliefert: In China hat sich die Stimmung in der Industrie im März verbessert. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,4 nach 49,0 Punkten. Auch der Index für den Dienstleistungssektor legte zu und erreichte 50,1 nach 49,5 Punkten. Beide Werte deuten auf eine konjunkturelle Stabilisierung hin.


In den USA hellte sich das Verbrauchervertrauen im März überraschend auf. Der Index stieg auf 91,8 Punkte (zuvor: 91,0). Auch der Einzelhandel entwickelte sich robust, die Umsätze erhöhten sich im Februar um 0,6 %. Zudem überraschte der Stellenaufbau: So entstanden im März laut dem Arbeitsmarktbericht 178.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stieg der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe überraschend von 52,4 auf 52,7 Punkte an und signalisiert eine Stabilisierung der Industrie.

 

Aktienmärkte

Viele Anleger scheinen auf gute Nachrichten zu warten, um dann zu investieren. Das mag die Kurserholungen der vergangenen Woche erklären. Positive Nachrichten wurden stärker als negative gewichtet. Auf Wochensicht stieg der S&P um 3,4 %, der Nasdaq um 3,95 % und der DAX um 3,9 %. 


Steigende Energie- und Kapitalkosten belasten vor allem den Technologiesektor, da der milliardenschwere Ausbau von KI-Rechenzentren dadurch teurer wird. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer Heliumknappheit. Helium dient als Kühlmittel bei der Produktion von Halbleitern. Helium wird aus Erdgas gewonnen - rund ein Drittel der weltweiten Produktion stammt aus Katar.


Auch die Produktion von Düngemitteln leidet unter dem Irankrieg. Ebenfalls ein Drittel der weltweit gehandelten Düngemittel wird in der Golfregion produziert. US-Landwirte wollen wegen steigender Düngerpreise in diesem Jahr weniger Mais und mehr Sojabohnen anbauen. Mais benötigt mehr Dünger als Soja und ist daher weniger attraktiv. Die Aussicht auf längere Düngemittel-Ausfälle aus dem Nahen Osten stützte die Kurse von Düngemittelproduzenten, die nicht in der Golfregion produzieren.


Ähnlich geht es dem Aluminiumproduzenten Alcoa. Nachdem zwei Konkurrenten im Nahen Osten von iranischen Treffern berichteten, stieg der Aktienkurs von Alcoa.

 

Einzelwerte

Hohe Einfuhrzölle in die USA belasten Nike. Im dritten Quartal 2025/26 stagnierte der Umsatz bei 11,28 Mrd. US-Dollar. Rückgänge in Europa und Asien konnten Zuwächse im Heimatmarkt nur teilweise ausgleichen, in China lag das Minus bei 10 %. Der Gewinn (Ebitda) fiel um 35 % auf 520 Mio. US-Dollar. Der Großhandel wuchs um 5 %, während Direktverkäufe um 4 % zurückgingen. Die Marke Converse blieb schwach.

Ein Stellenabbau bei Oracle steht laut Medienbericht im Raum. Tausende Jobs könnten betroffen sein, da der Konzern stärker in KI-Infrastruktur investiert. Ziel ist es, mit Cloud-Rivalen wie Alphabet und Amazon zu konkurrieren. Für den Umbau könnten im Geschäftsjahr 2026 bis zu 2,1 Mrd. US-Dollar anfallen, ein Großteil für Abfindungen. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen rund 162.000 Mitarbeiter.

Eine Super-App mit gebündelten KI-Anwendungen plant OpenAI. ChatGPT, Codex sowie Such- und Assistenzfunktionen sollen in einer Plattform zusammengeführt werden. Nutzer wünschten sich eine einheitliche Lösung statt einzelner Werkzeuge. Zudem erhofft sich das Unternehmen, dass eine stärkere private Nutzung die Nachfrage in Unternehmen erhöht.

Die geplante Übernahme von Ceconomy durch das chinesische Internetunternehmen JD.com verzögert sich. Grund ist eine noch ausstehende investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich. Ob und wann die Genehmigung erfolgt, ist offen. Damit bleibt auch der Abschluss der Transaktion vorerst ungewiss.

Das Rumänien-Geschäft der spanischen BBVA übernimmt Raiffeisen Bank International. Für die Garanti BBVA Group Romania zahlt die Bank 591 Mio. Euro. Zum Paket gehört neben der Garanti Bank auch das rumänische Leasingunternehmen Motoractive IFN. Mit der Transaktion stärkt die Gruppe ihre Präsenz in Südosteuropa.

Neue Aufträge aus Kanada erhielt Airbus im Wert von 1,5 Mrd. kanadischen Dollar. Die Verträge betreffen die Wartung der Tankflugzeuge CC-330 Husky auf Basis des A330 MRTT. Zwei Aufträge gingen an L3Harris MAS und einer an Airbus. Ziel ist die Sicherung der Einsatzbereitschaft der neuen Flotte.

Künftig sollen Elektroautos der Marke Lynk & Co durch Volvo nach Europa importiert und exklusiv vertrieben werden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde mit Geely Auto unterzeichnet. Alle beteiligten Unternehmen gehören zur Geely Holding. Der Schritt soll das Elektroangebot in Europa erweitern.

Wegen möglicher Brandgefahr ruft Stellantis in Deutschland rund 80.000 Fahrzeuge zurück. Betroffen sind mehrere Marken des Konzerns. Weltweit könnten etwa 700.000 Fahrzeuge betroffen sein. Grundlage sind Veröffentlichungen des Kraftfahrt-Bundesamts zu mehreren Rückrufen.

Weitere Kampfdrohnen könnte die Bundeswehr von Rheinmetall erhalten. Ein Rahmenvertrag über bis zu 2,4 Mrd. Euro soll beschlossen werden. Zunächst sind Bestellungen im Wert von 298 Mio. Euro vorgesehen. Damit setzt die Bundesregierung die Beschaffung von Loitering Munition fort.

Nach einem schwachen Jahr erwartet Heineken Deutschland 2026 wieder steigende Absatzmengen. Ein Streit mit dem Einzelhandel hatte 2025 belastet. Erste Monate des Jahres deuten laut Management auf eine Erholung hin. Das Unternehmen sieht sich mit seinem Portfolio gut gegen den rückläufigen Markt positioniert.

Ein neues Montagewerk in Tschechien plant Mercedes-Benz Trucks. Der Standort in Cheb soll ab Ende des Jahrzehnts rund 25.000 Einheiten jährlich produzieren. Mehr als 1.000 Arbeitsplätze sind vorgesehen. Investiert wird ein niedriger bis mittlerer dreistelliger Mio.-Betrag.

Die Zulassung für eine Abnehmpille erhielt Eli Lilly von der US-Behörde FDA. Damit entsteht stärkere Konkurrenz für Novo Nordisk, das bereits eine Pillenversion seines Mittels Wegovy anbietet. Der Wettbewerb im Markt für Gewichtsreduktion dürfte sich damit verschärfen.

Gespräche über eine mögliche Übernahme der Satellitengruppe Globalstar führt Amazon. Ziel ist der Aufbau eines eigenen Netzwerks im niedrigen Erdorbit. Komplex wird der Deal durch einen 20-%-Anteil von Apple an Globalstar. Eine Einigung steht noch aus, die Verhandlungen könnten scheitern.

 

Märkte in der vergangenen Woche:

KW15 Tabelle

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