Kai Heinrich | 30. März 2026 |

Lage im Nahen Osten bleibt undurchsichtig

Straße von Hormus
Inhaltsverzeichnis

Konjunktur & Rentenmärkte

Die Nachrichtenlage zu den Friedensbemühungen zwischen den USA und dem Iran bleibt widersprüchlich, Fortschritte lassen sich nicht erkennen. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten über den weiteren Verlauf des Konflikts und die möglichen Folgen für Energiepreise, Lieferketten, Inflation und Geldpolitik nahm in der vergangenen Woche eher noch zu. US-Präsident Donald Trump setzte die Angriffe auf iranische Energieanlagen erneut aus und gewährte eine Frist bis zum 6. April 2026. Zur Begründung verwies er auf angebliche Gesprächsfortschritte.

Im Blickpunkt der Anleger standen in der vergangenen Woche Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten, die jedoch durch Berichte über die Verlegung weiterer US-Soldaten in die Region getrübt wurden. US-Präsident Donald Trump behauptet, man spreche mit den „richtigen Leuten“ im Iran über ein mögliches Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten. In Teheran gebe es eine neue Führungsgruppe, die an einer Einigung interessiert sei.

Der Iran gestattete einigen „nicht-feindlichen Schiffen“ die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Schiffe mit Verbindungen zu den USA, Israel oder anderen beteiligten Staaten seien jedoch ausgeschlossen. Gleichzeitig kündigte Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine Initiative von 22 Staaten an, um die wichtige Handelsroute wieder vollständig befahrbar zu machen. Großbritannien soll die multinationale Mission anführen.

Die Zustimmungswerte für Donald Trump sind unterdessen in den USA gesunken. In einer Reuters-Ipsos-Umfrage lag die Zustimmung bei 36 %, nach 40 % in der Vorwoche. Als Gründe gelten steigende Benzinpreise sowie Kritik am militärischen Vorgehen gegen den Iran.

Die Europäische Union und Australien unterzeichneten ein Handelsabkommen, das mehr als 99 % der Zölle auf EU-Exporte abschafft. Europäische Unternehmen sollen dadurch jährlich rund eine Milliarde Euro sparen. Zudem werden Zölle auf kritische Mineralien gesenkt.

Die jüngste Ifo-Geschäftsklimaumfrage fiel gemischt aus. Der Index sank im März auf 86,4 Punkte nach 88,4 Punkten im Februar. Die Erwartungen der Unternehmen verschlechterten sich spürbar, während die Lageeinschätzung stabil blieb. Der erhoffte Aufschwung dürfte sich damit verzögern. Der Iran-Krieg belastet auch die Stimmung der deutschen Verbraucher. Das Konsumklima für April fiel auf minus 28,0 Punkte. Vor allem die Einkommens- und Konjunkturerwartungen verschlechterten sich deutlich. Die Sorge vor steigender Inflation durch höhere Energiepreise nimmt zu und dämpft die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung.

 

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte reagieren weiter sehr sensibel. Der Dax gab leicht nach (-0,35 %). Nach Verlusten am Freitag notierten der weltweite Aktienindex (-1,5 %) und der S&P 500 (-2,1 %) ebenfalls niedriger zur Vorwoche.

Angesichts des Irankriegs stellt der Konsumgüterkonzern Henkel Preiserhöhungen in Aussicht. Sollten die Herstellkosten deutlich steigen, müsse das Unternehmen diese an die Kunden weitergeben, sagte Vorstandschef Carsten Knobel dem „Handelsblatt“. Aus früheren Erfahrungen habe man gelernt, mit Preisanpassungen nicht zu lange zu warten, da verspätete Reaktionen den Druck auf die Margen erhöhten. Zwar zählt Henkel nicht zu den energieintensiven Unternehmen, doch der gestiegene Ölpreis belastet insbesondere Zulieferer und Logistikdienstleister, die einen Teil ihrer höheren Kosten an den Konsumgüterkonzern weiterreichen. Passend dazu sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die EZB solle auf den Krieg im Nahen Osten nicht überstürzt (mit Zinserhöhungen) reagieren. Die EZB solle zuvor nach Anzeichen suchen, dass der Anstieg der Energiepreise die Preise für andere Waren und Dienstleistungen in die Höhe treibt und zu einem Anstieg der Lohnforderungen führt. Mithin solle die EZB stillhalten, solange nur die höheren Energiepreise von Firmen wie Henkel weitergegeben werden.

Die Europäische Union erwägt Insidern zufolge Anpassungen im Emissionshandelssystem, um den durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreisen entgegenzuwirken. Diskutiert wird, die automatische Löschung überschüssiger CO₂-Zertifikate auszusetzen, um stärkere Preisschwankungen künftig zu vermeiden. EU-Vertreter erklärten, dass die Vorschläge derzeit noch intern abgestimmt werden. Änderungen bis zur geplanten Veröffentlichung in der kommenden Woche seien daher möglich.

Gold wird seinem Ruf als sicherer Hafen derzeit nicht gerecht. Der Preis für das Edelmetall fiel am Morgen um 7 % auf 4.170 US-Dollar. Händler verweisen auf mehrere Gründe für die Schwäche, darunter Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik angesichts steigender Inflationsrisiken sowie Zwangsverkäufe und Margin Calls. Noch stärker geriet Silber unter Druck: Seit Ende Januar verlor der Preis für eine Feinunze nahezu die Hälfte seines Rekordwerts von knapp 122 US-Dollar. Am Montag fiel Silber um weitere 5 % auf 64,25 US-Dollar.

 

Einzelwerte

Insidern zufolge steht OpenAI kurz vor dem Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde über rund 10 Mrd. US-Dollar. Dadurch würde die Bewertung des US-Unternehmens einschließlich neuer Mittel auf etwa 850 Mrd. US-Dollar steigen. Zu den Investoren zählen MGX aus Abu Dhabi, Coatue und Thrive Capital. Auch Altimeter Capital dürfte sich beteiligen. Der Abschluss der Transaktion wird bereits in der kommenden Woche erwartet.

Zur Finanzierung weiteren Wachstums plant der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix frisches Kapital von internationalen Investoren einzuwerben. Dazu soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Zweitnotiz an einer US-Börse erfolgen. Insider halten Erlöse von bis zu 14,4 Mrd. US-Dollar für möglich. Die Mittel sollen in neue Werke in Südkorea und den USA fließen. Details zu Zeitplan und Emissionsvolumen stehen laut Pflichtmitteilung noch nicht fest.

In den USA wurde Meta wegen unzureichenden Schutzes von Kindern zu einer Strafzahlung von 375 Mio. US-Dollar verurteilt. Eine Jury in New Mexico sah Verstöße gegen das Verbraucherschutzgesetz als erwiesen an. Täuschung über Sicherheitsstandards sowie unzureichender Schutz vor sexuellem Missbrauch wurden bemängelt. Der Konzern kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen und widersprach den Vorwürfen.

Fortgeschrittene Gespräche führen laut Medienbericht Merck und Terns Pharma über eine Übernahme im Wert von rund 6 Mrd. US-Dollar. Die Transaktion soll vollständig in bar erfolgen. Insidern zufolge könnten sich beide Seiten in den kommenden Tagen einigen. Die Verhandlungen befinden sich demnach in einem fortgeschrittenen Stadium, eine Entscheidung wird kurzfristig erwartet.

Über eine beachtenswerte mögliche Kooperation berichtet die Financial Times zwischen Volkswagen und Rafael Advanced Defence Systems. Im Werk Osnabrück könnten künftig Teile für das Raketenabwehrsystem Iron Dome gefertigt werden. Damit sollen rund 2300 Arbeitsplätze gesichert werden. Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben, während weiterhin Perspektiven für die Zeit nach 2027 geprüft werden.

Mit einem eigenen KI-Prozessor für Rechenzentren vollzieht die ARM Holding einen Strategiewechsel. Der neue Chip soll zusätzliche Einnahmen in Mrd. US-Dollar generieren. Firmenchef Rene Haas bezeichnete den Schritt als entscheidend für die weitere Entwicklung. Bei der Entwicklung arbeitete der Konzern eng mit Meta zusammen, um Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zu optimieren.

Gemeinsam wollen Lufthansa und der Flughafen München das Terminal 2 erweitern. Bis 2035 soll die Kapazität um bis zu 10 Mio. Passagiere steigen. Geplant ist der Bau eines neuen Flugsteigs. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit bis 2056 verlängert. Damit stärkt die Airline ihr zweites Drehkreuz neben Frankfurt langfristig.

Insidern zufolge geraten die Gespräche zwischen ThyssenKrupp und Jindal Steel International ins Stocken. Differenzen über Pensionslasten, Energiekosten und Investitionen erschweren eine Einigung. Nach rund sechs Monaten erscheinen getrennte Wege wahrscheinlicher. Dennoch laufen die Verhandlungen weiter, auch ein Abschluss bleibt möglich.

Für das abgelaufene Jahr plant Scout24 eine um 14 % höhere Dividende. Vorgeschlagen werden 1,50 Euro je Aktie. Der Jahresüberschuss stieg auf 250,2 Mio. Euro. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum von 16 % bis 18 % erwartet. Die operative Marge beim Gewinn (Ebitda) dürfte infolge der Übernahme in Spanien leicht sinken. 

 

Märkte in der vergangenen Woche:

KW14 Tabelle

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