Konjunktur & Rentenmärkte
Das US-Militär bereitet sich auf einen möglichen längeren Einsatz gegen den Iran vor, sollte Donald Trump einen Angriffsbefehl geben. Trump erklärte, ein Regimewechsel in Teheran sei wünschenswert und „das Beste, was passieren könnte“. Der Iran zeigte sich unterdessen zu Kompromissen bereit, wenn Washington zur Aufhebung seiner Sanktionen bereit ist. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu verlangte indes, ein mögliches Abkommen müsse die vollständige Demontage iranischer Nuklearanlagen beinhalten – ein bloßes Aussetzen der Urananreicherung reiche nicht. Der iranische Oppositionelle Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten Schahs, forderte bei der Münchner Sicherheitskonferenz ein militärisches Eingreifen der USA. Verhandlungen mit der Regierung in Teheran bezeichnete er als Zeitverschwendung. US-Vizepräsident JD Vance sprach von teils erfolgreichen Gesprächen, doch die iranische Seite sei noch nicht bereit, einige der „roten Linien“ Trumps zu akzeptieren. Trump wolle eine Lösung, die iranische Atomwaffen ausschließe.
Die US-Wirtschaft ist mit überraschend starkem Schwung ins Jahr gestartet. Industrie, Versorger und Bergbau steigerten ihre Produktion im Januar um 0,7 % gegenüber dem Vormonat, erwartet worden war nur ein Plus von 0,4 %. Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil, wie die jüngsten wöchentlichen Daten belegen. Laut Terminmarktdaten liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bis einschließlich Juni derzeit nur bei rund 50 %. Unterdessen zeigt das veröffentlichte Fed-Protokoll, dass im Offenmarktausschuss Uneinigkeit herrscht: Einige Mitglieder halten weitere Zinserhöhungen für möglich, falls die Inflation über 2 % bleibt, während andere auf baldige Zinssenkungen setzen.
Die Friedensgespräche in Genf zwischen Ukraine und Russland verliefen laut Diplomaten angespannt. US-Präsident Donald Trump drängte beide Seiten auf Kompromisse, betonte jedoch erneut, Wolodymyr Selenskyj müsse Zugeständnisse machen, um den Krieg zu beenden. Kiew zeigte sich enttäuscht über den zunehmenden Druck aus Washington. Zentrales Thema blieb die Gebietsfrage, bei der keine Einigung erzielt wurde. Der Kreml sprach von „offenen, aber schwierigen“ Gesprächen, während die Ukraine erklärte, sie werde ihre territoriale Integrität nicht aufgeben.
Die Rentenkommission der Bundesregierung will laut Medienberichten über eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre beraten. Bei einem Treffen am 23. Februar sollen Modelle für längeres Arbeiten, Abschläge bei frühem Ruhestand und finanzielle Anreize für späteren Renteneintritt diskutiert werden. Zudem steht zur Debatte, ob künftig auch Beamte und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Die Diskussion um ein staatlich festgesetztes Renteneintrittsalter ist aus volkswirtschaftlicher Sicht schwer nachzuvollziehen: Wer länger arbeitet, erhält entsprechend mehr Rente. Es spricht nichts dagegen, dass Arbeitnehmer selber darüber entscheiden, ob sie mit 60 oder mit 70 Jahren in Rente gehen. Parallel forderte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der vergangenen Woche deutliche Einkommensteuersenkungen und ein Reformpaket mit der SPD. Diese zeigte sich offen, verlangt jedoch höhere Abgaben für Spitzenverdiener.
Der chinesische Außenminister Wang Yi hat die Europäische Union (EU) zu einer engeren Zusammenarbeit mit China aufgerufen und betont, die EU sei ein Partner, kein Rivale. Beide Seiten sollten bestehende Differenzen überwinden, die praktische Kooperation vertiefen und sich gemeinsam globalen Herausforderungen stellen. Gegenseitige Abhängigkeit sei kein Risiko, und offene Zusammenarbeit gefährde nicht die Sicherheit, fügte er hinzu. Leider hat sich China unter seinem Staatsoberhaupt Xi Jinping deutlich autoritärer geworden und droht mit einer militärischen Annexion Taiwans. Bis 2049 sollen beide Länder wieder vereinigt sein.
Aktienmärkte
Der Diskussion um KI-gestützte Geschäftsmodelle zum Trotz legte der Technologie-Index Nasdaq in der vergangenen Woche um 1,8 % zu. Damit lag der Index jedoch hinter dem Dax (+ 1,4 %), dem EuroStoxx (+ 2,4 %) und dem weltweiten Aktienindex (+ 1,5 %).
Die Ölpreise stiegen weiter stark: Brent kletterte auf 71,55 US-Dollar, WTI auf 66,26 US-Dollar je Barrel, getrieben von Ängsten vor Versorgungsengpässen. Eine Eskalation der Spannungen zwischen USA und Iran könnte den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen. Über die enge Passage werden rund 20 % des weltweiten Ölverbrauchs transportiert.
Nach dem Stopp russischer Öllieferungen durch die Ukraine baten Ungarn und die Slowakei das Nachbarland Kroatien um Unterstützung und um Öl-Lieferungen über die Adria-Pipeline. Der kroatische Wirtschaftsminister signalisierte Bereitschaft unter Einhaltung von EU- und US-Regeln zu helfen. Parallel beantragte der ungarische Konzern MOL die Freigabe strategischer Ölreserven, um kurzfristige Engpässe von rund 250.000 Tonnen Rohöl auszugleichen.
Einzelwerte
Bis 2030 will die Ergo, Tochter der Munich Re, rund 1.000 Stellen streichen. Laut Einigung mit Arbeitnehmervertretern bleiben betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das Unternehmen plant verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, wodurch viele Mitarbeiter neue Aufgaben erhalten sollen. Ziel sei es, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, während Weiterbildung den Wandel begleiten soll.
Der Fahrdienst- und Lieferkonzern Uber will 2026 sein Essensliefergeschäft auf sieben weitere europäische Länder ausdehnen, darunter Griechenland, Dänemark und Österreich. In drei Jahren wird ein zusätzliches Buchungsvolumen von etwa 1 Mrd. US-Dollar erwartet. Nach der Übernahme der Liefersparte des türkischen Anbieters Getir stärkt das Unternehmen seine Präsenz in der Türkei und setzt auf weiteres Wachstum in Europa.
Im Rechtsstreit um Glyphosat strebt Bayer einen Vergleich über 7,25 Mrd. US-Dollar an. Damit will der Konzern den Großteil der US-Sammelklagen um angebliche Krebsrisiken seines Monsanto-Produkts „Roundup“ beilegen. Vorstandschef Bill Anderson erklärte, man wolle die jahrelangen Unsicherheiten beenden und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Belastungen seien über viele Jahre gestreckt. Die Übernahme von Monsanto 2016 wirkt sich auch nach vielen Jahren immer noch negativ auf Bayer aus. Es gab schon viele Versuche, das Thema Glyphosat ad acta zu legen.
Sinkende Nachfrage und hohe Kosten belasteten die Norma Group – den Spezialisten für Rohr- und Schlauchverbindungen aus Maintal. Der Umsatz sank 2025 um 6,8 % auf 821,7 Mio. Euro, der operative Gewinn fiel um 80 % auf 6,3 Mio. Euro. Nach dem Verkauf des Wassergeschäfts ist das Unternehmen schuldenfrei und plant, bis zu 260 Mio. Euro an Aktionäre auszuschütten. Einsparungen von rund 4,6 Mio. Euro wurden erzielt, weitere Maßnahmen sollen folgen.
Höhere Kupferpreise beflügelten die BHP Group, deren bereinigter Gewinn im ersten Halbjahr 2025/26 um 22 % auf 6,2 Mrd. US-Dollar stieg. Das Kupfergeschäft trug mehr als die Hälfte zum operativen Gewinn von 15,5 Mrd. US-Dollar bei. Vier neue Projekte in Chile, Argentinien, Arizona und Südaustralien sollen langfristiges Wachstum sichern.
In Sardinien darf Rheinmetall künftig Sprengstoffe und Lenkwaffen produzieren. Die italienische Regierung genehmigte die Produktion im Werk in Domusnovas. Rheinmetall hat bereits rund 50 Mio. Euro investiert. Die Produktion im Süden der Insel soll bald anlaufen und liefert Material für Nato-Staaten. Der Konzern betonte, das Werk entspreche strengen Umweltauflagen.
Lieferprobleme beim Triebwerkshersteller Pratt & Whitney zwingen Airbus, das Produktionsziel für die A320-Familie zu verschieben. Statt 2027 können erst ab Anfang 2028 monatlich 75 Flugzeuge produziert werden. Aktuell liegt die Produktion bei rund 60 Maschinen. Das Unternehmen verwies auf Verzögerungen durch den US-Zulieferer und die daraus resultierenden Einschränkungen beim Hochlauf.
Die Renault-Gruppe rechnet 2026 mit geringerer Profitabilität. Die operative Marge soll von 6,3 % auf 5,5 % sinken. Gründe sind zusätzliche Kosten für neue Elektromodelle, Expansion nach Asien und Südamerika sowie stärkere Konkurrenz. 2025 stieg der Umsatz um 3 % auf 57,9 Mrd. Euro, während der Jahresüberschuss infolge hoher Abschreibungen und Restrukturierungskosten auf –10,9 Mrd. Euro fiel. Trotzdem soll die Dividende stabil bei 2,20 Euro bleiben.
Trotz stagnierender Umsätze erzielte Air Liquide 2025 mehr Gewinn. Der Überschuss stieg um 6 % auf 3,5 Mrd. Euro, während der Umsatz wegen des schwachen US-Dollars leicht auf 26,9 Mrd. Euro sank. Konzernchef Francois Jackow will die operative Marge weiter erhöhen und die Dividende um 12 % auf 3,70 Euro je Aktie anheben. Das Sparprogramm brachte 631 Mio. Euro Effizienzgewinn.
Eine starke Nachfrage nach proteinreichen Joghurts trieb den Umsatz bei Danone 2025 an. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 4,5 % auf 27,4 Mrd. Euro, der operative Gewinn um 3 % auf 3,7 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss sank jedoch um 9,7 % auf 1,8 Mrd. Euro wegen Einmalkosten für Umstellungen in Europa und Indonesien. Die Dividende soll auf 2,25 Euro steigen. Nach einem Rückruf von Babynahrung seien die finanziellen Folgen laut Unternehmen gering.
Märkte in der vergangenen Woche

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