Konjunktur & Rentenmärkte
Am Wochenende haben die USA und der Iran in Islamabad unter Vermittlung Pakistans rund 21 Stunden lang verhandelt, um den Konflikt zu entschärfen. Die Gespräche endeten jedoch ohne Einigung, weil beide Seiten ihre Positionen – insbesondere zum iranischen Atomprogramm – nicht annähern konnten. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, Washington habe einen flexiblen und endgültigen Vorschlag vorgelegt, den Teheran jedoch nicht akzeptiert habe. Der Iran zeigt sich laut Staatsmedien offen für ein „ausgewogenes und faires“ Abkommen, das dauerhaften Frieden sichern soll. Präsident Massud Peseschkian erklärte, eine Einigung sei möglich, wenn die USA zum Völkerrecht zurückkehrten. Die Verhandlungen seien von Misstrauen geprägt gewesen, weshalb ein Durchbruch in nur einer Runde unrealistisch gewesen sei. Kontakte und Beratungen mit Pakistan und weiteren Partnern sollen fortgesetzt werden.
Zuvor hatte in der vergangenen Woche die vorläufige Entspannung im Nahen Osten die Märkte beruhigt. Der Iran und die USA einigten sich auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand. Vermittelt wurde das Abkommen durch Pakistan, dessen Regierung Delegationen beider Länder zu Gesprächen nach Islamabad eingeladen hat. Beide Seiten sehen den Waffenstillstand als Grundlage für weitere Gespräche. Trump erklärte, die militärischen Ziele seien erreicht und man befinde sich auf dem Weg zu einem langfristigen Friedensabkommen.
Die Marktteilnehmer reagierten erleichtert auf die Deeskalation. Ein iranischer Regierungsvertreter stellte eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht. Dennoch passierten seither nur wenige Schiffe die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweit geförderten Öls transportiert wird. Die Marine der iranischen Revolutionsgarden warnte vor Seeminen und veröffentlichte eine Karte mit Gefahrenzonen. Schiffen wurde geraten, eine alternative nördliche Route zu nutzen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte Gespräche mit dem Libanon an. Zuvor hatte Israel mit einer Angriffswelle den jungen Waffenstillstand gefährdet. NATO-Generalsekretär Mark Rutte forderte europäische Bündnispartner zu raschen Zusagen zur Sicherung der Straße von Hormus auf. Hintergrund sind Forderungen der USA nach stärkerem Engagement der Europäer. Die Diskussion über einen militärischen Schutz ist unsinnig – gegen den Willen des Irans ist die Meerenge nicht zu sichern, sollte andererseits der Iran die Passage öffnen, dann ist keine Sicherung nötig.
Die Fed beließ den Leitzins in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 %, signalisierte in ihren Prognosen jedoch eine Zinssenkung 2026, die von den Kapitalmärkten derzeit nicht eingepreist wird. Der Internationale Währungsfonds warnt vor wirtschaftlichen Folgen, die der hohe Ölpreis mit sich bringt. Notenbanken sollten vorsichtig agieren und Inflationsrisiken, aber auch eine mögliche Abschwächung der Nachfrage berücksichtigen. Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten zeigten zwar einen Sprung nach oben. Der Inflationsanstieg war jedoch etwas geringer als erwartet (0,9 % statt 1,0 % zum Vormonat), zudem zeigt sich ohne Energie und Nahrungsmittel nur ein schwacher Preisauftrieb von 0,2 % zum Vormonat.
Im Energiesektor reagierte die OPEC+ auf die angespannte Lage mit einer geplanten Erhöhung der Förderquoten. Die Produktion soll im Mai um 206.000 Barrel pro Tag steigen, was nur 0,2 % der täglichen Produktion entspricht. Schwerer wiegt, dass die Golfstaaten ihre Produktion drosseln müssen, da ihre Öllager bereits gut gefüllt sind.
Konjunkturdaten aus Deutschland zeigen ein gemischtes Bild. Die Industrie verbuchte vor Ausbruch des Konflikts ein leichtes Auftragsplus, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Auch die Produktion ging im Februar leicht zurück. Gleichzeitig stiegen die Exporte stärker als erwartet, ebenso die Importe.
Aktienmärkte
Der DAX konnte in der vergangenen Woche um 2,7 % zulegen, startet aber mit Abschlägen in die neue Woche. Beim weltweiten Aktienindex (+3,7 %) und beim S&P 500 (+3,6 %) waren die Zugewinne sogar stärker. In der kommenden Woche legen große US-Banken ihre Bilanzen vor und läuten damit die Berichtssaison für das erste Quartal ein.
Vom Waffenstillstand im Nahen Osten profitierten vor allem zuvor belastete Branchen. Aktien von Fluggesellschaften wie Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines legten deutlich zu. Delta verzichtete wegen der Unsicherheiten auf eine neue Jahresprognose, was Anleger jedoch kaum verunsicherte. Auch Kreuzfahrtanbieter wie Carnival Corporation & plc und Norwegian Cruise Line Holdings verbuchten kräftige Kursgewinne. Trotz der Öffnung der Straße von Hormus dürfte sich die Versorgung mit Kerosin jedoch nur langsam normalisieren. Der Weltverband der Fluggesellschaften (International Air Transport Association, IATA) erwartet zwar sinkende Rohölpreise. Die Kosten für Flugbenzin dürften wegen der Belastungen in den Raffinerien jedoch noch Monate erhöht bleiben – so die Einschätzung des Verbands.
Angesichts hoher Benzinpreise zeigt sich Bundeskanzler Friedrich Merz offen für Entlastungen. Laut einem Bericht wird eine Anhebung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent je Kilometer geprüft. Zudem könnte die Stromsteuer gesenkt werden. Eine Entscheidung wird bei einem Treffen des Koalitionsausschusses erwartet. An der Regel, wonach Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich anheben dürfen, will der Kanzler festhalten.
Eine Gruppe Schweizer Banken will den Einsatz eines digitalen Frankens testen. Dafür haben sich UBS, PostFinance, Raiffeisen Schweiz, Zürcher Kantonalbank, Banque Cantonale Vaudoise sowie Sygnum Bank zusammengeschlossen. In einer geschützten Testumgebung sollen mögliche Anwendungen für einen an den Franken gekoppelten Stablecoin erprobt werden.
Einzelwerte
Tesla hat in den Niederlanden eine erste Zulassung für seine Fahrassistenzsoftware erhalten. Die nationale Kraftfahrzeugbehörde RDW genehmigte den Einsatz des Systems, das unter menschlicher Aufsicht die meisten Fahraufgaben auf Autobahnen und im Stadtverkehr übernehmen kann. Die Entscheidung für die Software „Full Self-Driving“, die in den USA bereits verfügbar ist, könnte nun auch den Weg für Genehmigungen in weiteren europäischen Ländern ebnen.
Der Aktienkurs von Amazon legte kräftig zu: Dienstleistungen für Künstliche Intelligenz in der Cloud-Sparte generieren laut dem Onlinehändler einen Jahresumsatz von mehr als 15 Mrd. US-Dollar.
Mit möglichen Verzögerungen bei einem neuen Produkt sieht sich Apple konfrontiert. Laut einem Bericht von Nikkei Asia kämpft der Konzern in der technischen Testphase seines faltbaren iPhones mit Problemen. Diese könnten den Produktions- und Versandplan verschieben.
Ein Umsatzanstieg im zweiten Quartal wurde von Redcare Pharmacy vorläufig gemeldet. Der Konzernumsatz wuchs um 18,3 % auf 848 Mio. Euro. Der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stieg sogar um 35 % auf 315 Mio. Euro, während nicht verschreibungspflichtige Produkte um 10,2 % auf 533 Mio. Euro zulegten. Für 2026 plant das Unternehmen ein Wachstum von 13 bis 15 % sowie eine Gewinn-Marge (EBITDA) von mindestens 2,5 %.
Die Flugbegleitergewerkschaft UFO rief die Beschäftigten der Lufthansa und der Tochter CityLine zu einem eintägigen Streik auf. Betroffen waren am Freitag Abflüge in Frankfurt und München sowie mehrere weitere Flughäfen. Nach gescheiterten Gesprächen hatten sich die Mitglieder zuvor in Urabstimmungen mehrheitlich für einen Ausstand ausgesprochen.
META hat sein neues Modell für Künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt. "Muse Spark" ist das erste Produkt eines neu formierten Teams, das den Konzern im Wettbewerb stärken soll. Zunächst soll der Zugang über die Meta-AI-App und die dazugehörige Website erfolgen, bevor das Modell in den kommenden Wochen schrittweise die bisherigen Llama-Modelle ersetzen soll. Diese steuern die Chatbots auf WhatsApp, Instagram, Facebook sowie in den Datenbrillen des Unternehmens.
OMV spürt die Belastungen aus dem Nahost-Konflikt bereits deutlich. Einmalige Absicherungsverluste von rund 100 Mio. Euro sowie weitere Belastungen von etwa 150 Mio. Euro drücken das Ergebnis. Gleichzeitig profitiert der Konzern von höheren Energiepreisen. Die Fördermenge sank, während die Auslastung im Chemiegeschäft deutlich anzog.
Eine Produktionsanpassung in den USA plant Volkswagen. Der Elektro-SUV ID.4 soll wegen schwacher Nachfrage dort nicht mehr gefertigt werden. Stattdessen will der Konzern in Chattanooga stärker auf Modelle mit Benzinmotor (Atlas und Atlas Cross Sport) setzen. Hintergrund sind unter anderem gestrichene Kaufanreize, die 7.500 US-Dollar je Fahrzeug ausmachten, sowie ein deutlicher Absatzrückgang.
Für die UniCredit dürfte eine mögliche Übernahme teurer werden. Beim Überschreiten der 50-%-Schwelle an Commerzbank wäre ein Pflichtangebot für die mBank nötig – der polnischen Tochter der Commerzbank. Die polnischen Regularien sehen dabei eine Bar-Komponente sowie einen Mindestpreis vor. Die mBank wird an der Warschauer Börse mit 12,4 Mrd. Euro bewertet.
Starke Nachfrage nach KI-Hochleistungsprozessoren bescherte TSMC erneut einen deutlichen Umsatzsprung. Die Erlöse stiegen im zweiten Quartal um 35 % auf umgerechnet 30,5 Mrd. US-Dollar. Der taiwanische Auftragsfertiger, der auch Nvidia und Apple beliefert, baut seine Kapazitäten zur Halbleiterproduktion weiter aus und plant für 2026 Investitionen von rund 56 Mrd. US-Dollar.
Einen Auftrag in Spanien erhielt Nordex. Der Windpark soll mit 13 Turbinen ausgestattet werden und eine Leistung von 80 Megawatt erreichen. Zusätzlich besteht eine Option auf eine Erweiterung um 40 Megawatt. Bestandteil des Projekts ist ein Servicevertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren.
Ein Großauftrag ging an Lockheed Martin. Der Rüstungskonzern erhält rund 4,8 Mrd. US-Dollar zur Produktion von PAC-3-Raketen. Die Arbeiten sollen bis Mitte 2030 abgeschlossen werden. Die Systeme dienen der Abwehr taktischer ballistischer Raketen, Marschflugkörper und Flugzeuge und sind eine Weiterentwicklung des Patriot Systems.
Märkte in der vergangenen Woche:

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