Zwei Banken in Schieflage verunsichern Kapitalmärkte

Inhaltsverzeichnis

Konjunktur & Aktienmärkte

Konjunktur & Rentenmärkte:

US-Notenbankchef Jerome Powell hat in seiner Rede vor dem Kongress einen höheren Zinsgipfel, als noch im Dezember 2022 erwartet, angekündigt.

Die Anhörung fand in einem schwierigen preislichen Umfeld statt, da sowohl die zuletzt gemeldete Verbraucherpreisinflation als auch die Kerninflation der abweichend definierten persönlichen Konsumausgaben höher ausfielen als erwartet. Außerdem bereitet der weiterhin robuste US-Arbeitsmarkt der Fed Sorgen.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte es laut Powell zu einem höheren Zinsgipfel kommen. Zudem müsste die Fed dieses Niveau schneller ansteuern und gegebenenfalls wieder zu Zinsschritten von 0,5 Prozentpunkten zurückkehren.

Bedeutend für die nächste Zinsentscheidung dürften vor allem die diese Woche gemeldeten Inflationsdaten sein. Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland sind im Vormonatsvergleich erneut gefallen, obwohl mit einem Anstieg gerechnet worden ist. Immerhin wurden die zuvor sehr schwachen Dezember-Werte deutlich nach oben korrigiert.

Immerhin wurden die zuvor sehr schwachen Dezember-Werte deutlich nach oben korrigiert. Die Zahlen für den gesamten Euroraum sind etwas besser. Hier sind die Einzelhandelsumsätze im Monatsvergleich etwas gestiegen, dennoch blieben auch sie hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt ist nach dem Kaufrausch im Nachgang zur Pandemie nun ein eindeutiger Abwärtstrend im privaten Konsum zu erkennen.

Aktienmärkte

Skeptische Töne von Notenbankvertretern ließen die Aktienmärkte diese Woche überwiegend
fallen.

An den Anleihemärkten war die Entwicklung dagegen freundlicher, denn mit der Aussicht auf höhere Leitzinsen steigt auch das Rezessionsrisiko und damit die Nachfrage nach Staatsanleihen. Doch bislang blieben die Konjunkturindikatoren stabil.

Sowohl die deutsche Industrieproduktion als auch der US-Arbeitsmarkt überraschten positiv. Der Ölpreis ging im Laufe der Handelswoche deutlich zurück. Zunächst sorgte das niedrige Wachstumsziel Chinas für Enttäuschung, daraufhin trübte die Erwartung stärkerer Leitzinserhöhungen auch in den USA die Konjunkturerwartung.

Sollten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt dieses Jahr schwächer wachsen, würde auch deutlich weniger Öl verbraucht werden. Zudem übte die Aufwertung des US-Dollars Druck auf den Ölpreis aus, da Öl auf dem Weltmarkt vorwiegend mit dem Greenback abgerechnet wird.

Die Tatsache, dass die Ölreserven in den USA unerwartet das erste Mal seit rund drei Monaten gesunken sind, hat hier auch nicht geholfen.

Einzelwerte

Die Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) schürt an den Finanzmärkten die Angst vor einer Ansteckungsgefahr. Die US-Einlagensicherung hatte am Freitag die Kontrolle über die Bank übernommen, nachdem in den Tagen zuvor massiv Einlagen abgeflossen waren.

Der Grund: Die Bank hatte frisches Eigenkapital gesucht, weil sie größere Anleihebestände in der Bilanz abschreiben musste. Anleihen haben seit der Zinswende deutlich an Wert verloren. Vor allem kleinere Banken in den USA und Europa könnten vor ähnlichen Problemen stehen.

Wenn Kunden das Gefühl hätten, ihr Geld sei dort nicht mehr sicher, würden sie es im Rekordtempo abziehen, warnte Hedge-Fondsmanager Bill Ackman von Pershing Square.

Aus der US-Regierung verlautete, man wolle die weiter reichenden Folgen des Kollapses eindämmen. Am Sonntagabend verkündeten dann US-Behörden, dass ab heute Kunden Zugang zu ihren kompletten Guthaben bekommen.

Es war ein überraschender Durchbruch. Zunächst war die Rede davon, dass Kunden lediglich auf 30 bis 50 Prozent ihrer Guthaben wieder zugreifen könnten. Eigentlich sind Einlagen in den USA nur bis zu einer Obergrenze von 250.000 Dollar versichert.

Finanzministerin Janet Yellen und andere Regulierer wollten jedoch verhindern, dass es am Montag zu einer Panik an den Märkten kommt und Kunden im großen Stil von anderen kleineren Banken abziehen. Daher habe man sich zu „entschlossenen Schritten entschieden, um das öffentliche Vertrauen in unser Bankensystem zu stärken“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Anleger konnten von den Maßnahmen der US-Regierung aber scheinbar nicht beruhigt werden – der EURO STOXX Banken-Index gab seit Mitte der letzten Woche über 10 % nach (siehe obige Abbildung). Dies ist insofern bemerkenswert, da europäische Banken keine direkte Verbindung zur Silicon Valley Bank, Silvergate Capital und dem Tech-Sektor besitzen.

Am Freitag zeigte sich der amerikanische Bankensektor (KBW Banking Index) um fast 4 % schwächer, einzig JPMorgan Chase & Co. konnte 2,5 % zulegen.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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