Konjunktur & Rentenmärkte
Donald Trump setzt den Iranmilitärisch unter Druck. Durch die Spannungen sind die Ölpreise deutlichgestiegen. Sowohl Brent wie auch WTI erreichten mehrmonatige Höchststände. Der Konflikt im Nahen Osten könnte den Export über den wichtigen Seeweg durch die Straße von Hormus stören.
US-Präsident Donald Trump hat den früheren Federal-Reserve-Gouverneur Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed nominiert, um Jerome Powell im Mai 2026 nach dessen regulärem Amtsende abzulösen. Warsh, der bereits zwischen 2006 und 2011 im Board of Governors der Fed saß, gilt als erfahrener Geldpolitiker mitWall-Street-Erfahrung und wird von Trump als „high-quality person“ beschrieben, der möglicherweise auch parteiübergreifende Unterstützung erhalten könnte. Die Finanzmärkte reagierten auf die Nominierung zunächst positiv, was sich etwa in fallenden Preisen für Gold und Silber äußerte, da Warsh als jemand gesehen wird, der politische Unsicherheiten mindern könnte. Die endgültige Bestätigung Warshs hängt nun von einer Mehrheit im Kongress ab.
Die EU und Indien haben sich nach fast20 Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt. Die Vereinbarung soll beiden Seiten helfen, sich wirtschaftlich unabhängiger von den USA aufzustellen. Indiens Premier Narendra Modi sprach von der „Mutter aller Deals“, die für 1,4 Mrd. Menschen in Indien und in Europa große Chancenbiete. Das Abkommen öffnet den indischen Markt für EU-Unternehmen – die EU ist bereits Indiens wichtigster Handelspartner. Das Abkommen dürfte in etwa einem Jahr in Kraft treten.
Zu Jahresbeginn hat sich die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft spürbar verbessert. Das Ifo-Barometer der Exporterwartungen stieg im Januar von minus 3,0 auf minus 1,2 Punkte. Die Unternehmen blicken weniger skeptisch auf ihre Auslandsgeschäfte. Klare Anzeichen für einen Aufwärtstrend im ersten Quartal 2026 gebe es jedoch noch nicht, so das Ifo-Institut. Im vergangenen Jahr verstärken deutsche Unternehmen ihr Engagement in China deutlich. Laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stiegen die Direktinvestitionen 2025 um mehr als 7 Mrd. Euro –der höchste Wert seit 2021 und rund 50 % mehr als 2024. Damit liegen die Investitionen über dem langjährigen Durchschnitt. In den USA dagegen halbierten sich die Investitionen fast – sie sanken zwischen Februar und November 2025 um45 % auf 10,2 Mrd. Euro.
Die französische Regierung hat im Streit um den Haushalt 2026 erneut zwei Misstrauensanträge im Parlament überstanden. Für den Antrag des linken Bündnisses aus La France Insoumise, Grünen und Kommunisten stimmten am Dienstag in Paris 267 Abgeordnete – 22weniger als für den Sturz der Regierung erforderlich gewesen wären. Ein weiterer Antrag der extremen Rechten erhielt nur 140 Stimmen. Anlass war Premierminister Sébastien Lecornus Entscheidung, den Ausgabenteil des Haushaltsohne Parlamentsabstimmung zu verabschieden.
Trotz Haushaltsproblemen wuchs die französische Wirtschaft 2025 stärker als die deutsche. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,9 % zu und übertraf damit die Prognose der Regierung von 0,7 %. Im Vergleich wuchs die deutsche Wirtschaft nur um 0,2 %. Am Jahresende verlor der Aufschwung in Frankreich jedoch an Dynamik: Im vierten Quartal stieg das BIP nur noch um 0,2 % zum Vorquartal nach plus 0,5 % in den drei Monaten zuvor.
Im Grönland-Konflikt mit den USA zeigte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kompromissbereit, zog jedoch klare Grenzen. „Wir werden alles tun, um eine Einigung zu erzielen –außer Gebiete abzugeben“, sagte sie. Auf die Frage, ob eine Abtretung grönländischen Territoriums denkbar sei, antwortete sie entschieden: „Nein, das kann man sich nicht vorstellen.“ Kompromisse bei den Grundprinzipien der Demokratie seien für sie undenkbar.
Der österreichische Notenbankchef Martin Kocher hält bei einer anhaltenden Aufwertung des Euro eine Zinssenkung der EZB für möglich. Ein zu starker Euro könne Importe verbilligen, aber zugleich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporteure beeinträchtigen, sagte er. Der US-Dollar stabilisierte sich nach vorangegangenen Verlusten.
Die USA treiben ihren Friedensplan für den Gazastreifen bei den UN voran. US-Botschafter Mike Waltz sagte im UN-Sicherheitsrat, dass ein weiterer Abzug israelischer Truppen von der Entwaffnung der Hamas abhänge. Die Miliz dürfe künftig nicht an der Regierung beteiligt sein, und ihre militärische Infrastruktur, etwa Tunnel, soll zerstört werden. Ein international finanziertes Waffenrückkaufprogramm soll die Entwaffnung überwachen. Gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten des „Board of Peace“ wollen die USA den Druck auf die Hamas erhöhen, die Waffen niederzulegen.
In Tokio hat sich die Kerninflation im Januar abgeschwächt und erreichte das Ziel der Bank of Japan. Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stiegen um 2,0 % im Jahresvergleich und lagen damit unter der Markterwartung von 2,2 %. Im Dezember hatte der Anstieg noch 2,3 % betragen. Ein weiterer Index, der auch Kraftstoffkosten ausschließt, legte um 2,4 % zu nach 2,6 % im Vormonat.
Aktienmärkte
Die globalen Spannungen sind nicht gelöst. Der Krieg in der Ukraine dauert an, während die USA dem Regime im Irandrohen. Vor diesem Hintergrund werden die Anleger vorsichtiger. Die Börsenindizes reagierten sehr uneinheitlich. Der Dax (-1,45 %), der weltweite Aktienindex (-0,68 %) und die Nasdaq (-0,21 %) gaben nach. Der EuroStoxx 50trat auf der Stelle, dagegen konnte der S&P 500 zulegen (0,34 %). Zudem profitierte der Goldpreis erneut von der Unsicherheit.
Die Aktienkurse von US-Krankenversicherern wie Humana, UnitedHealth, CVS und Elevance erlitten starke Verluste, da die Anhebung der Medicare-Advantage-Vergütungssätze deutlich unter den Erwartungen ausfiel.
In Indonesien löste die Warnung des Indexanbieters MSCI über eine mögliche Herabstufung eine Verkaufswelle an der Börse aus. Der Indexanbieter äußerte seinen Bedenken über fehlende Transparenzbei Besitzverhältnissen. Panikverkäufe führten zeitweise zur Aussetzung des Handels, auch die Rupiah gab nach, während Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewadie Turbulenzen als vorübergehenden Schock bezeichnete und die Fundamentaldaten des Landes als intakt einstuft.
Der deutsche Bankenverband forderte ein pragmatisches Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft beim digitalen Euro. Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, betont, der digitale Euro müsse in bestehende Wallet-Lösungen integriert sein und einfachen, verlässlichen Zugang bieten.
Einzelwerte
Die Berichtsaison nahm in der vergangenen Woche deutlich Fahrt auf.
Dank milliardenschwerer Investitionen in Rechenzentren übertraf Microsoft im abgelaufenen zweiten Quartal die Prognosen. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 15 % auf 81,3 Mrd. US-Dollar, der Jahresüberschuss um 21 % auf 4,14 US-Dollar je Aktie. Die Cloud-Sparteerzielte 50 Mrd. US-Dollar Umsatz, das Wachstum lag bei 39 %.
Steigende Anzeigenpreise bescherten Meta ein starkes Jahr 2025. Der Umsatz kletterte um22 % auf 200,97 Mrd. US-Dollar, der operative Gewinn um 20 % auf 83,28 Mrd.US-Dollar. Die Investitionen in KI-Rechenzentren sollen sich 2026 auf 115 bis135 Mrd. US-Dollar nahezu verdoppeln. Analysten erwarten dennoch steigende Margen. Die EU-Kommission nimmt die Meta-Tochter WhatsApp ins Visier. Lauteinem Sprecher prüfen die Behörden, ob der Messenger als „Very Large Online Platform“ eingestuft wird. Damit würde der Dienst unter die strengeren Regelndes Digital Services Act fallen, die etwa für die Bekämpfung illegaler Inhalte gelten. Meta zeigte sich zunächst zurückhaltend zu möglichen Auflagen.
Der Pharmakonzern Roche meldete 2025 ein Umsatzplus von 2 % auf 61,5Mrd. Franken, zu konstanten Kursen +7 %. Der operative Gewinn stieg um 5 % auf21,8 Mrd. Franken. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen%-Bereich erwartet. Im Wettlauf um Abnehmmedikamente meldete Roche Fortschritte. Der Wirkstoff CT-388 führte in einer Phase-II-Studie zu einer placebobereinigten Gewichtsreduktion von 22,5 % nach48 Wochen. Bei 73 % der Teilnehmer normalisierten sich zudem die Blutzuckerwerte.
Der neue Airbus-Manager Lars Wagner will das Produktionshochfahren bei Airbus vorantreiben. „Das gesamte Ökosystem steht unter Druck“, sagte er auf einer Luftfahrtkonferenz. Ziel sei es, die Fertigung der Mittelstreckenmaschinen auf 75 Stück pro Monat zu steigern. Wagner war zuvor Chef des Triebwerksherstellers MTU.
China hat wohl erstmals den Import von KI-Chips des Typs H200 des US-Konzerns Nvidia genehmigt. Die Entscheidung fiel während des Besuchs von Nvidia-Chef Jensen Huang. Damit könnte China trotz US-Exportbeschränkungen Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnik erhalten.
Der Chipmaschinenhersteller ASML meldete ein Rekordjahr 2025 mit einem Umsatz von 32,7 Mrd. Euro und einem Gewinn von 9,6 Mrd. Euro. Der Auftragseingang im vierten Quartal übertraf mit 13,2 Mrd. Euro die Erwartungen deutlich. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 34 und 39 Mrd. Euro, getrieben durch starke Nachfrage nach „extreme ultra violet“ Lithografie-Anlagen.
Der Umsatz von Tesla schrumpfte 2025 um 3 % auf 94,83 Mrd. US-Dollar. Das Autogeschäft ging um 10 % zurück, der Jahresüberschuss sank um ein Viertel auf 5,8 Mrd. US-Dollar. Der Hersteller leidet unter geringerer Nachfrage und auslaufender E-Förderung in den USA.
Wachsender Bedarf an KI-Software ließ IBM 2025 deutlich zulegen. Der Umsatzstieg im vierten Quartal währungsbereinigt um 6 % auf 67,5 Mrd. US-Dollar, der operative Gewinn um 14 % auf 12,2 Mrd. US-Dollar. Der Auftragseingang in der KI-Sparte erhöhte sich auf 12,5 Mrd. US-Dollar.
Der japanische Autobauer Toyota steigerte 2025 den Absatz um 4,6 %auf 11,3 Mio. Fahrzeuge und bleibt damit weltgrößter Hersteller. Volkswagen verkaufte knapp 9 Mio. Autos, ein Rückgang um 0,5 %. Hohe Kosten und der Wettbewerb in China belasteten die Bilanz.
Die niederländische Großbank ING erzielte 2025 einen Überschuss von 6,33 Mrd. Euro, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Im vierten Quartal stieg der Gewinn um 22 % auf 1,41 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalrendite soll 2026 über 14 % liegen, bis 2027 über 15 %.
Der Münchner Softwareanbieter Nemetschek überschritt 2025 erstmals die Marke einer Milliarde Euro Umsatz. Die Erlöse legten währungsbereinigt um 22,6 % auf 1,19 Mrd. Euro zu, der operative Gewinn (Ebitda) um 28,9 % auf 371 Mio. Euro. Vorstandschef Yves Padrines kündigte an, das KI-basierte Portfolio weiter auszubauen.
Sanofi profitierte 2025 von starken Medikamentenverkäufen, vor allem durch Dupixent. Der Jahresumsatz wuchswährungsbereinigt um 9,9 % auf 43,6 Mrd. Euro, der Gewinn je Aktie um 15 %. Für 2026 stellt der Konzern weiteres zweistelliges Wachstum in Aussicht und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an.
Der Chipproduzent SK Hynix verdoppelte seinen Quartalsgewinn und übertraf die Markterwartungen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen dürfte das Wachstum weiter stützen.
Der Erfolg des iPhone 17 trieb Apple zu neuen Rekorden. Der Umsatz stieg um 16 % auf 143,8 Mrd. US-Dollar, der Gewinn auf 2,84 US-Dollar je Aktie. Besonders stark war das Geschäft in China mit +38 % auf 25,53 Mrd. US-Dollar. Lediglich die Sparte Wearables blieb mit 11,49 Mrd. US-Dollar hinter den Erwartungen.
Insiderberichten zufolge verhandelt Amazon über eine Beteiligung an OpenAI. Die Gespräche stehen demnach am Anfang, es gehe um bis zu 50 Mrd. US-Dollar. Beide Unternehmen äußerten sich bisher nicht zu den Berichten.
Der Sportartikelhersteller Adidas übertraf 2025 die eigenen Ziele und erzielte einen Rekordumsatz von 24,81 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn stieg um 54 % auf 2,06 Mrd. Euro. Trotz Zöllen und Währungseffekten hält das Unternehmen an einem Aktienrückkauf über 1 Mrd. Euro fest, um den zuletzt schwachen Kurs zu stützen.
Märkte in der vergangenen Woche

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