Exzellenter
Jahresstart an
den Finanz-
märkten
Konjunktur & Rentenmärkte
Schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA und gute Konjunkturdaten aus Deutschland sorgten für einen exzellenten Jahresstart an den Finanzmärkten. Der Stellenzuwachs in den USA lag im Dezember bei nur 50.000 Arbeitsplätzen – die Prognosen lagen etwas höher. Im Vergleich mit den Vormonaten ist eine klare Abschwächung erkennbar. Zudem fiel der ISM-Index, der die Produktionserwartungen der Industrieunternehmen abbildet, im Dezember um 0,3 auf 47,9 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Oktober 2024. Erwartet wurde dagegen ein Anstieg.
Zum Jahresbeginn hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen russlandkritischen Artikel der „New York Post“ geteilt, der Kremlchef Wladimir Putin als Haupthemmnis für Frieden bezeichnet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte erneut Hoffnung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden und setzt auf Sicherheitsgarantien der USA, Europas. Frankreich und Großbritannien unterzeichneten Absichtserklärungen, nach denen nach einem Waffenstillstand Soldaten in der Ukraine stationiert werden sollen. Auch die USA sagten verbindliche Unterstützung zu. Bundeskanzler Friedrich Merz bot an, deutsche Truppen auf benachbartem NATO-Gebiet zu stationieren, solange die Bedingungen eines Waffenstillstands unklar seien. Großbritanniens Premier Keir Starmer meinte jedoch, Russland zeige bislang kein echtes Interesse an einem Kriegsende. Selenskyj bewertete das jüngste Treffen in Paris dennoch als großen Fortschritt – man habe 90 % des Weges zu einer Friedenslösung erreicht.
Trotz interner Spannungen und eines deutlichen Preisverfalls hält die Opec+ ihre Ölförderung stabil. Nach einem kurzen Online-Treffen teilte das Bündnis mit, vorerst keine Änderungen vorzunehmen. Damit wollen die Opec+ Länder einem weiteren Preisverfall entgegenwirken, der die Folge erneuter Produktionsausweitungen wäre.
Nach Berichten über Todesopfer bei regierungskritischen Protesten im Iran drohte US-Präsident Donald Trump der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen. Er erklärte, die USA beobachteten die Proteste genau: „Wenn sie Menschen töten, wie in der Vergangenheit, werden sie von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen.“
Das Mercosur‑Freihandelsabkommen wurde im Rat der EU‑Mitgliedstaaten angenommen: Vertreter der EU‑Länder stimmten am 9. Januar 2026 mehrheitlich für den Vertrag mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, trotz Gegenstimmen von Frankreich, Polen, Österreich, Ungarn und Irland. Damit ist der Weg für die Unterzeichnung des Abkommens frei, die für Mitte Januar geplant ist.
Das Finanzierungsdefizit des deutschen Staates ist in den ersten drei Quartalen 2025 trotz hoher Kommunaldefizite leicht gesunken. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung gaben bis Ende September 1598 Mrd. Euro aus, bei Einnahmen von 1490,5 Mrd. Euro, womit das Defizit bei 107,6 Mrd. Euro lag – etwas unter dem Vorjahreswert. Das Düsseldorfer Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) warnt, dass das Ausnehmen der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse dazu führen könnte, dass der Staatsschuldenstand bis 2050 fast 100 % des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Aktuell liegt die Schuldenquote von Bund, Ländern und Gemeinden bei rund 65 %. Die deutsche Industrie verzeichnete im November überraschend den dritten Monat in Folge wachsende Aufträge. Sie stiegen um 5,6 % im Vergleich zum Vormonat, das größte Plus seit Dezember 2024. Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang erwartet. Im Oktober hatten vor allem Rüstungsgeschäfte für ein Auftragsplus von 1,6 % gesorgt. Auch die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe wuchs im November überraschend weiter und legte um 0,8 % zu – der dritte Anstieg in Folge. Maßgeblich verantwortlich waren die Zuwächse in der Automobilindustrie. Die Produktionsdaten für Oktober wurden von 1,8 auf 2,0 % nach oben revidiert. Die Exporte sanken dagegen im November um 2,5 % – der stärkste Rückgang seit Mai 2024 – vor allem wegen geringerer Nachfrage aus den USA und Europa.
Die Euro-Familie ist gewachsen: Seit dem 1. Januar 2026 ist Bulgarien 21. Mitglied der Gemeinschaftswährung. Nur drei Wochen vor der Einführung trat nach Protesten und Korruptionsvorwürfen die prowestliche Regierung in Sofia zurück. „Bulgarien stolpert in die Eurozone“, kommentierte die spanische Zeitung El Mundo.
Der japanische Notenbank-Gouverneur Kazuo Ueda kündigte weitere Zinserhöhungen an, falls sich Konjunktur und Preise wie erwartet entwickeln. Trotz der Belastung durch höhere US-Zölle habe sich die Wirtschaft 2025 moderat erholt, erklärte Ueda bei einer Rede. „Löhne und Preise werden voraussichtlich gemeinsam moderat steigen“, sagte er. Ueda glaubt, dass eine Reduktion der geldpolitischen Unterstützung nachhaltiges Wachstum fördern werde.
Aktienmärkte
Obwohl die Welt politisch immer stärker in Unordnung zu geraten scheint, spiegeln die Finanzmärkte zum Jahresbeginn 2026 ausnehmend viel Zuversicht wider. Der MSCI World legte seit Jahresbeginn 2,72 % zu, der DAX 3,15 % und der Euro STOXX 50 sogar 3,56 %. Der DAX überschritt am Mittwoch erstmals die Marke von 25.000 Punkten. Gold strebt einen neuen Höchstpreis an. Unterstützung erhielten die Börsenkurse von den US-Arbeitsmarktdaten, die deutlich zeigen, dass der Stellenaufbau sich abschwächt. Damit werden weitere Zinssenkungen 2026 seitens der US-Notenbank wahrscheinlich. Der deutsche Markt erhielt dagegen Unterstützung durch gute Konjunkturdaten – die Produktionsdaten, aber vor allem die Auftragseingänge überraschten positiv.
Der US-Militärschlag gegen Venezuela löste an den US-Börsen eine Rallye bei Rüstungs- und Ölwerten aus. Nach der Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro sprach Trump von einem „totalen Zugang“ zu den Ressourcen des Landes, was Spekulationen über Lockerungen befeuerte. Aktien von Chevron und ConocoPhillips stiegen deutlich, Zulieferer Schlumberger und Halliburton legten ebenfalls zu. US-Innenminister Doug Burgum hält einen schnellen Wiederaufbau der venezolanischen Förderung für möglich. Einige Schritte könnten rasch umgesetzt werden, sagte er Fox News. Andere Einschätzungen erwarten, dass wegen der maroden Infrastruktur zunächst nur 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag zusätzlich gefördert werden könnten. Erst gegen Ende des Jahrzehnts seien 1,5 bis 2 Mio. Barrel täglich erreichbar. US-Ölkonzerne fordern laut „Financial Times“ von Washington Investitionsgarantien, bevor sie Kapital bereitstellen. Trump will sie zu mehr Engagement drängen. Zudem stellte Trump ein Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin Maria Corina Machado in Aussicht. Sie solle in der kommenden Woche Washington besuchen, sagte er. Nach den US-Angriffen und der Festnahme Maduros erklärte Trump, in Venezuela wisse man derzeit nicht einmal, wie man Wahlen organisieren solle.
In Deutschland hellte sich die Stimmung der Autoindustrie leicht auf. Das Ifo-Barometer stieg im Dezember auf -19,8 Punkte, nach -20,2 im November. Die aktuelle Lage wurde schwächer, die Erwartungen jedoch etwas positiver eingeschätzt. Ifo-Expertin Anita Wölfl sprach von einem „Lichtblick“ durch Elektromobilität. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Dezember rund 55.000 batteriebetriebene Elektroautos neu zugelassen, 22 % aller Pkw. Im Jahresdurchschnitt 2025 erreichten E-Autos einen Marktanteil von 19 %, einen Rekordwert.
Eine Autorengruppe um John Carreyrou klagt gegen Google, OpenAI, Meta und xAI von Elon Musk. Die Autoren werfen den Firmen vor, urheberrechtlich geschützte Bücher unerlaubt zum Training von KI-Modellen genutzt zu haben. Die Klage in Kalifornien ist bewusst keine Sammelklage, um Einzelverfahren zu erzwingen. Carreyrou, bekannt durch die Enthüllung des Theranos-Skandals, kritisierte das unerlaubte Nutzen von Büchern durch die KI-Unternehmen als „Erbsünde der Branche.“
Einzelwerte
Im vierten Quartal hat der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz einen kräftigen Umsatzanstieg erzielt und die Erwartungen übertroffen. Der Erlös legte zwischen Oktober und Dezember um etwa 33,04 Mrd. US-Dollar zu. Grund war die stark wachsende Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für KI-Anwendungen. Damit bestätigte TSMC seine führende Rolle in der Halbleiterindustrie.
Angesichts der globalen Rohstoffknappheit haben Glencore und Rio Tinto ihre vor rund einem Jahr beendeten Fusionsgespräche wieder aufgenommen. Glencore sprach von vorläufigen Verhandlungen und bestätigte einen Bericht der „Financial Times“. Ein Zusammenschluss würde einen Rohstoffkonzern mit einem Gesamtwert von über 260 Mrd. US-Dollar schaffen.
Deutlich erweitert haben Siemens und Nvidia ihre Kooperation im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Ziel ist ein gemeinsames Betriebssystem für industrielle KI-Anwendungen. Siemens arbeitet zudem mit Meta an Brillen, die Monteuren Anweisungen direkt ins Sichtfeld spielen. Damit wandelt sich Siemens zunehmend vom klassischen Maschinenbauer zum Anbieter digitaler Industriekonzepte.
Mit der neuen Chip-Plattform „Vera Rubin“ bringt Nvidia eine Generation mit bis zu fünffacher Leistung für KI-Anwendungen. Die Chips werden bereits in Laboren getestet und sollen bald in Serie gehen. Damit reagiert Nvidia auf wachsenden Wettbewerb durch AMD und Google, die eigene KI-Prozessoren entwickeln. Ein Lizenzabkommen mit Groq verschafft Nvidia zudem Zugriff auf dessen Technologie und wichtige Ingenieure, ohne eine Übernahme. Groq erteilte eine nicht-exklusive Lizenz, während Gründer Jonathan Ross mit seinem Team zu Nvidia wechselt. Das Start-up bleibt unabhängig. Zuvor hatte CNBC über ein mögliches Kaufangebot von 20 Mrd. US-Dollar berichtet, das beide Seiten nicht bestätigten. Nvidia stärkt damit seine Kompetenz im Bereich spezialisierter KI-Chips.
Thyssenkrupp führt laut Insidern Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International über den Verkauf seiner Stahlsparte. Diskutiert wird ein gestufter Einstieg: zunächst 60 % an Thyssenkrupp Steel Europe. Abhängig vom Sanierungsfortschritt könnte die Übernahme der restlichen 40 % in zwei weiteren Schritten erfolgen. Ziel ist eine langfristige Lösung für die defizitäre Sparte und eine strategische Partnerschaft zur Modernisierung der europäischen Stahlproduktion.
Vom Wachstum mit E-Rezepten profitierte Redcare Pharmacy 2025 deutlich. Der Umsatz stieg um 24 % auf 2,9 Mrd. Euro. Im Schlussquartal lag der Zuwachs leicht unter dem Jahreswert. Mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erwirtschaftete die Online-Apotheke in Deutschland, der Schweiz und Österreich eine Milliarde Umsatz, nach 750 Mio. Euro im Vorjahr. Die Hälfte entfiel auf Deutschland. Die Zahl aktiver Kunden nahm um 1,4 Mio. auf 13,9 Mio. zu.
Nach einer neuen Vereinbarung wird JPMorgan Chase Herausgeber der Apple-Kreditkarte und ersetzt Goldman Sachs. Mehr als 20 Mrd. US-Dollar an Kartenguthaben wechseln auf die Plattform von Chase. Für JPMorgan bedeutet dies eine Stärkung im Kreditkartengeschäft, während Mastercard weiterhin das Zahlungsnetzwerk stellt.
Noch 2026 will Mercedes-Benz in den USA ein neues Fahrassistenzsystem einführen, das unter Aufsicht des Fahrers autonom in Städten navigiert. Das Assistenzsystem mit dem sperrigen Namen „MB.DRIVE ASSIST PRO“ kann abbiegen, Kreuzungen überqueren und Ampeln beachten. Ein Abonnement für drei Jahre Nutzung kostet 3.950 US-Dollar. Damit tritt Mercedes gegen Tesla an.
Im US-Werk Georgia plant Hyundai ab 2028 den Einsatz humanoider Roboter. Entwickelt von Boston Dynamics, sollen die Modelle „Atlas“ gefährliche und monotone Aufgaben übernehmen. Zunächst werden sie Teile sortieren, später Montagearbeiten durchführen. Bis 2030 sollen sie vollständig in die Fertigung integriert sein, wodurch Effizienz und Arbeitssicherheit steigen sollen.
Für rund 3 Mrd. US-Dollar kauft der Bierbrauer AB Inbev eine 49,9 %-Beteiligung an seinen US-Dosenwerken zurück. Verkäufer ist ein Konsortium unter Führung von Apollo. Finanziert wird der Rückkauf durch vorhandene Barmittel, die Transaktion soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Sie umfasst sieben Werke in sechs Bundesstaaten.
Im wichtigen Markt China senkt Novo Nordisk die Preise für das Abnehmmittel Wegovy drastisch, um sich gegen lokale Konkurrenz zu wappnen. Berichten zufolge fielen die Listenpreise in einigen Provinzen um 48 % auf 987 bzw. 1284 Yuan pro Monat. Auch in den USA sinkt der Preis von 500 auf 350 US-Dollar. Wegovy wird zudem in Programme von Weight Watchers integriert, die medizinische Betreuung mit Ernährungs- und Bewegungsangeboten kombinieren.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen plant Tesla, die Produktion im Werk Grünheide 2026 erneut zu steigern. 2025 sei die Fertigung in jedem Quartal gewachsen, sagte Werksleiter Thierig. Tesla will damit seine Position in Europa weiter ausbauen und auf die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Hersteller reagieren.
Märkte in der vergangenen Woche

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