Plutos-Marketing | 27. Oktober 2026 |

Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2026

Auszeichnung Wirtschaftsnobelpreis
Inhaltsverzeichnis

 


Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2026

 

Auch in diesem Jahr wurde der Oktober mit einer ganz besonderen Veranstaltung eröffnet, denn in den vergangenen Wochen wurden die Träger der diesjährigen Nobelpreise verkündet.

 

Wer war Alfred Nobel?

Alfred Nobel, Namensgeber des Preises, war ein erfolgreicher Chemiker und Erfinder aus Schweden, der in den 1860er Jahren den Sprengstoff Dynamit entwickelte. Neben seinen Physik- und Chemiestudien interessierte er sich besonders für englische Literatur und beherrschte bereits im Alter von 17 Jahren fünf Sprachen. Als er im Dezember 1896 starb, hinterließ Nobel ein Testament, in dem er festlegte, dass mit seinem Vermögen eine Stiftung zu Ehren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegründet werden sollte, die „der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Warum Alfred Nobel die Einrichtung eines solchen Preises wünschte, wird im Testament nicht erklärt. Vier Jahre nach seinem Tod fand sich die Nobelstiftung zusammen und 1901 verlieh man den ersten Nobelpreis – den Nobelpreis für Physik – an den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der die Röntgenstrahlen entdeckte. Alfred Nobel legte sich in seinem Testament auf fünf Preiskategorien fest: den Nobelpreis für Physik, für Chemie, für Medizin und für Literatur, sowie den Friedensnobelpreis. Warum Nobel sich in seinem Testament auf die genannten Kategorien festgelegt hat, ist unbekannt.

 

Der Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften

Was einige nicht wissen: Seit dem Jahr 1968 wird auch der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Schwedischen Nationalbank stiftete die Institution einen Preis, um Alfred Nobel zu ehren. Zwar geht er nicht auf das ursprüngliche Testament Alfred Nobels zurück, wird jedoch von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften nach denselben Prinzipien wie die Nobelpreise vergeben und wird zusammen mit den Nobelpreisen verliehen, weshalb er im allgemeinen Sprachgebrauch oft als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet wird. Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ist mit etwa 970.000 Euro dotiert und wird von der Schwedischen Reichsbank ausgezahlt. Inzwischen gilt der Preis als die renommierteste Auszeichnung im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

 

Das Auswahlverfahren

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Nobelpreise werden nach einem langen Auswahlverfahren durch einen Mehrheitsentscheid bestimmt. Unter den Wahlberechtigten befinden sich Mitglieder der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Nobelversammlung am Karolinska Institut, der Schwedischen Akademie sowie dem norwegischen Nobelkomitee, die zum größten Teil als Professorinnen und Professoren an Universitäten tätig sind. Vor der Wahl prüft das Nobelkomitee die Nominierungen und stellt daraus eine Liste der vorläufigen Kandidaten zusammen. Nominierungen können nur von Personen eingereicht werden, die über eine Einladung vom Nobelkomitee ausgewählt wurden. Dazu gehören meist Professorinnen und Professoren an Universitäten und andere Akademikerinnen und Akademiker. Eine vollständige Liste der nominierten Personen wird zunächst unter Verschluss gehalten und darf erst 50 Jahre nach der Preisverleihung öffentlich gemacht werden. Da es keine öffentliche Nominierung gibt, ist die Woche, in der die Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger bekanntgegeben werden, besonders spannend.

 

Die Bekanntgabe & Preisverleihung

Die Bekanntgabe findet traditionell in den ersten Oktoberwochen statt und startete in diesem Jahr am 5. Oktober am Karolinska Institut in Stockholm, wo die Preisträger des Nobelpreises für Medizin bekannt gegeben wurde. Den diesjährigen Nobelpreis für die wichtigsten Entdeckungen im Feld der Physiologie oder Medizin erhielten die beiden Deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie der US-Forscher Karl Deisseroth für ihre Entdeckungen im Bereich lichtgesteuerter Ionenkanäle und Optogenetik. In den darauffolgenden Tagen verkündete man die Gewinner der Nobelpreise für Physik, Chemie und Literatur. Am Nobelinstitut in Oslo wurde am Freitag, dem 9. Oktober, die Trägerin des Friedensnobelpreises bekannt gegeben. In diesem Jahr zeichnet das Norwegische Nobelinstitut die südafrikanische Juristin und Menschenrechtlerin Navanethem Pillay für ihren Beitrag zur Stärkung von Institutionen des internationalen Rechts und der Entwicklung strafrechtlichen Ahndung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord aus.

Die Bekanntgabe des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften erfolgt, wie auch in diesem Jahr, traditionell als letzte der Nobelpreis-Kategorien in Stockholm. Der erste und bisher einzige deutsche Preisträger war Reinhard Selten, der 1994 gemeinsam mit John Harsanyi und John Forbes Nash Jr. für die grundlegende Analyse des Gleichgewichts in nicht-kooperativer Spieltheorie geehrt wurde. 2009 gewann Elinor Ostrom als erste Frau den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für ihre Analyse ökonomischen Handelns im Bereich der Gemeinschaftsgüter.

Die zeremonielle Preisverleihung findet jedes Jahr am 10. Dezember – dem Todestag Alfred Nobels – in Stockholm und Oslo statt. Seit 1901 ist um die Verleihung der Preise eine Reihe von Traditionen gewachsen, weshalb den Preisträgern mittlerweile eine ganze Nobelwoche gewidmet wird, die einige Tage vor der Preisverleihung beginnt und am 13. Dezember endet. In dieser Zeit, oder spätestens sechs Monate danach, halten die Preisträgerinnen und Preisträger eine Vorlesung über ihre prämierten Arbeiten. Am Abend des 10. Dezembers wird den Gewinnerinnen und Gewinnern eine Medaille, eine Urkunde sowie eine schriftliche Bestätigung der Geldpreissumme in Höhe von 11 Millionen schwedischen Kronen vom schwedischen König übergeben. Die Preisverleihung und das königliche Nobelpreis-Bankett werden jährlich am 10. Dezember vom schwedischen Fernsehen live übertragen, sodass Zuschauerinnen und Zuschauer weltweit an den Feierlichkeiten teilhaben können.

 

Quellen

Titelbild: www.nytimes.com/article/nobel-prize-2021

 

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