Nachhaltig investieren mit Plutos: Mehr als nur Klimaschutz

Verfasst von Michael Scholtis | 27. Dezember 2019

Die Klimadiskussion hat die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten angekurbelt. Es gibt unzählige Anbieter, die sich auf das Trend-Thema spezialisiert haben und eine Investition in nachhaltige Unternehmen versprechen. Uns ist das noch lange nicht genug. Erfahren Sie mehr über die Grundsätze nachhaltiger Geldanlagen und wie wir sie umsetzen!


Keine einheitliche Definition für nachhaltige Anlagen

Nachhaltigkeit ist aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Überall begegnet uns der Begriff, ob in Werbung für Kosmetik und Nahrungsmittel, auf politischen Agenden und sogar in der Wirtschafts- und Finanzwelt. Doch was ist Nachhaltigkeit überhaupt? Eine griffige Definition für die Vokabel des 21. Jahrhunderts zu finden, ist eine kleine Herausforderung!

Die Ursprünge des Nachhaltigkeitsgedankens gehen wohl zurück auf Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714), der nachhaltiges Handeln in der Waldwirtschaft als langfristige Erhaltung des Systems beschrieb. Es sollten nur so viele Bäume abgeholzt werden, wie der Wald auf natürliche Weise reproduzieren kann. Heute ist diese Denkweise zum Leitbild für politisches, wirtschaftliches und soziales Handeln geworden. Mit den Definitionen der Brundtland-Kommission (1983 durch die UN eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung), des Club of Rome und der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags wurde das Konzept der „Nachhaltigen Entwicklung“ gestaltet. Der Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung beschreibt diese so: „Nachhaltige Entwicklung ist, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen.“

Auch in der Finanzwelt gibt es keine einheitliche Definition dafür, welchen Kriterien eine nachhaltige Geldanlage entsprechen muss. Als Standard nachhaltiger Anlagen haben sich die so genannten ESG-Kriterien – die Abkürzung kommt aus dem Englischen von Environmental, Social, Governmental – durchgesetzt. Sie beschreiben nachhaltigkeitsbezogene Verantwortungsbereiche von Unternehmen, die ökologische und sozial-gesellschaftliche Entscheidungen beinhalten. E (Enviromnent) steht dabei für umweltrelevante Themen, also Umweltverschmutzung oder -gefährdung, Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz. S (Social) befasst sich mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversity und gesellschaftlichem Engagement. Unter G (Governance) versteht man die nachhaltige Unternehmensführung hinsichtlich Unternehmenswerten sowie Steuerungs- und Kontrollprozessen.

Anlegern können diese Kriterien als Orientierung dienen. Auch Fondsgesellschaften richten ihre nachhaltigen Angebote nach den ESG-Kriterien aus. Research- und Ratinggesellschaften arbeiten bei der Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten nach diesem Ansatz und erstellen mittlerweile vielbeachtete Nachhaltigkeitsindizes, dessen ältester (der Domini 400 Social Index) in Europa jedoch nur Wenigen bekannt ist.

100% nachhaltig – geht das überhaupt?

100% nachhaltig zu investieren ist trotz aller Regulierungen, Denkanstöße und Fortschritte im Gebiet der Finanzanlagen dennoch nicht so einfach. Eine aktuelle Studie des CSSP (Center für Social and Sustainable Products) zeigt, dass Unternehmen aus den Bereichen Alkohol, Gentechnik, Tabak, Waffen und Atomkraft durchschnittlich etwa 2-5 % in den Portfolios aller nachhaltigen Investmentfonds und ETFs ausmachen. 

Denn die meisten Investmentgesellschaften investieren nach dem „best-in-class“-Ansatz. Der wurde in den 1990er Jahren von der Sarasin Bank für die Selektion nachhaltig wirtschaftender Unternehmen entwickelt und filtert diejenigen Unternehmen heraus, die in ihrer Branche führend in der Umsetzung der ESG-Kriterien sind. So werden die nachhaltigsten Unternehmen der Branche ausgewählt. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass diese Unternehmen auch wirklich nachhaltig arbeiten. Sie sind eben nur der besten unter ihresgleichen, es fehlt ein Vergleichsmaßstab. Außerdem existieren keine Ausschlusskriterien hinsichtlich der Branchen. Es werden zum Beispiel auch Unternehmen der Branchen Atomenergie oder Waffen nach demselben System klassifiziert. Diese möchten nachhaltig denkende Anleger in der Regel von der Investition ausschließen. 

Diese Probleme versucht das „best-of-class“-Konzept zu umgehen, indem von vorneherein nur in spezifischen Branchen investiert wird, die ohnehin als nachhaltig gelten. Aus diesen werden dann die nachhaltigsten Unternehmen für eine Investition ausgewählt.

Plutos geht einen anderen Weg

Das ist uns bei der Plutos Vermögensverwaltung AG aber immer noch zu wenig. Wir gehen das Thema noch tiefgreifender an. Viele Titel, die in den „best-in-class“-Nachhaltigkeitsstrategien zum Einsatz kommen, gehören ohnehin zu unserem Standardrepertoire. Dazu gehören zum Beispiel: SAP, Procter & Gamble oder Philips. Auf Wunsch bieten wir eine noch umfassendere, nachhaltige Vermögensverwaltungsstrategie an. Unsere Analysten versuchen darüber hinaus Branchen, Titel und “Storys“ bei Unternehmen zu finden, die die Welt in unserer Zukunft positiv und lebenswert gestalten können. Sie integrieren bewusst Zukunftstechnologien – also Unternehmen, die uns und unsere Gesellschaft positiv verändern könnten – in die Portfolios nachhaltigkeitsbewusster Mandanten. Diese müssen nicht per se den Klimawandel betreffen. Auch künstliche Intelligenz ist in unseren Augen beispielsweise ein wichtiges Feld, das unsere zukünftige Lebensweise entscheidend nachhaltig beeinflussen und helfen kann, die Gesellschaft positiv zu verändern.

Nachhaltigkeitsdenken wird auch die Finanzwelt weiter verändern

Die öffentliche Diskussion um den Klimawandel hat das Potenzial die Börsen- und Unternehmenswelt zu beeinflussen, der Wandel hat bereits begonnen. Nachhaltigkeitskriterien finden immer mehr Einfluss auf die Unternehmensbewertungen und sorgen zu allererst auf dem Anleihemarkt für Veränderungen. Die Nachfrage ist groß. Im Jahr 2019 stieg das Volumen von Finanzierungsinstrumenten mit Fokus auf ökologisch und sozial ausgerichtete Aspekte um 46 % auf 460 Milliarden Dollar. Nachhaltige Anleihefonds konnte Mittelzuflüsse von 28 Milliarden US-Dollar verzeichnen und haben sich damit zum Vorjahr versechsfacht. Sogar die EZB könnte zukünftig als Käufer „grüner Anleihen“ in Betracht kommen, hat die Chefin der EZB, Chistine Lagarde, sich doch dafür ausgesprochen, den Klimaschutz zu einem Anliegen der Notenbanken zu machen.

Auch auf der Aktienseite haben Researchgesellschaften damit begonnen, Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen und dürften diese künftig sogar ganz offiziell als Bewertungspunkt aufnehmen. Das schafft weitere Konkurrenz unter den Unternehmen, die diese dazu anregt, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen und letztendlich nachhaltiger zu wirtschaften, nicht nur um in den wichtigsten Nachhaltigkeitsindizes gelistet zu werden, sondern auch um günstige Aktienempfehlungen zu erhalten.

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