Episode #072

Geldanlage für den Nachwuchs: Früh Vermögen aufbauen | Kai Heinrich

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Eltern, Großeltern oder andere Verwandte können bereits früh Vorkehrungen im Rahmen von langfristigen Geldanlagen treffen, und zwar von Geburt an. Je früher mit der Vorsorge begonnen wird, desto stärker kann sich die Macht des Zinseszinses entfalten. Mehr dazu hier.

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Warum sollte früh für Kinder oder Enkelkinder mit dem Investieren begonnen werden?

Dafür gibt es eine Vielzahl an Gründen. Je älter Kinder werden, desto teurer werden ihre Wünsche. Sei es der Führerschein und das eigene Auto, ein Auslandsaufenthalt oder das Studium. All diese Wünsche erfordern viel Geld und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später eintreten. Hierfür können Eltern, Großeltern oder andere Verwandte bereits früh Vorkehrungen im Rahmen von langfristigen Geldanlagen treffen, und zwar von Geburt an. Je früher mit der Vorsorge begonnen wird, desto stärker kann sich die Macht des Zinseszinses entfalten – und somit lassen sich höhere Renditen erreichen.

Wie sieht die optimale Geldanlage für den Nachwuchs aus?

Die optimale Geldanlage lässt sich grundsätzlich nicht verallgemeinern. Vielmehr kommt es auf eine Vielzahl von Faktoren an. Zu Beginn ist das Spar-/ und Investmentziel von großer Bedeutung. Geld, das für kurzfristige Konsumwünsche angespart wird, sollte anders angelegt werden als beispielsweise großzügige Geldgeschenke, die dem Vermögensaufbau oder der Ausbildung dienen. Vor allem die Laufzeit ist entscheidend. Hierbei gilt es sich im Klaren zu sein, ob das Geld an einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird und notfalls auch jederzeit flüssig sein muss. Oder wird eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, die eine möglichst hohe Rendite erbringen soll. Zu guter Letzt spielt auch die Spar-/ und Investmentfrequenz eine zentrale Rolle. Wird einmalig eine große Summe investiert oder wird jeden Monat ein kleinerer Betrag in einen Sparplan einbezahlt. Hier wären wieder unterschiedliche Strategien von Nöten.

Was sind aktuelle Schwierigkeiten für den Vermögensaufbau von Kindern?

Vor vielen Jahren war es möglich im Rahmen eines Sparbuchs zwischen 4-8 % Zinsen zu erwirtschaften. Zur Geburt wurde ein Sparbuch eröffnet und auf dieses Jahr für Jahr eine Summe einbezahlt. Zum 18. Geburtstag wurde diese Gesamtsumme inklusive Zinsen dann ausbezahlt und die junge erwachsene Person konnte sich über eine ordentlich Stange Geld freuen. Diese Zeiten sind bereits seit längerem vorbei. Zwar verkündete die EZB die ersten Zinserhöhungen vor vielen Jahren, dennoch befinden wir uns weit unter den Zinsen, die damals gezahlt wurden. Auf Tages- oder Festgeld gibt es auch so gut wie keinen Ertrag. Somit ist es zunehmend schwieriger geworden, für die eigenen Kinder oder Enkelkinder eine ordentliche Rendite zu erzielen. Das Sparbuch ist außer Mode. Folglich sind alternative Ansätze nötig, um nach wie vor erfolgreich für den Nachwuchs zu sparen und zu investieren.

Welche alternativen Anlagemöglichkeiten eignen sich für Kinder?

Insbesondere Aktienmärkte erweisen sich als äußerst vielversprechend, da sich deutlich höhere Renditechancen erzielen lassen verglichen zum Sparbuch beispielsweise bereits kleine Beträge, die regelmäßig in Aktien und Fonds angelegt werden, können auf lange Sicht einen gewaltigen Unterschied machen. Aktien sind durchaus interessant, dennoch bleibt das firmenspezifische Risiko bestehen. Somit ist es weniger sinnvoll, alles auf eine Karte zu setzen. Aktienfonds hingegen, ob aktiv oder passiv gemanagt, sind empfehlenswerter. Mit beispielsweise börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs, lässt sich breit diversifizieren und Risiken somit reduzieren. Besonders beliebt ist hierbei der Weltaktienindex MSCI World, im Grunde genommen das globale Gegenstück zum deutschen Aktienindex DAX. Dieser bildet so viele Unternehmen ab, dass sich Wertschwankungen von Aktien einzelner Firmen gut ausgleichen lassen. In den vergangenen Jahrzenten hat der MSCI eine jährliche Rendite von knapp 8 % erwirtschaftet. Ein weiterer Vorteil von ETFs ist, dass sie vergleichsweise sehr günstig sind. Für einen langen Anlagehorizont von 10-20 Jahren gibt es kaum eine chancenreichere Kapitalanlage.

Welcher Betrag sollte monatlich gespart und investiert werden?

Diese Frage hängt insbesondere von den bereits erwähnten Faktoren ab, also dem Investmentziel und der Laufzeit. Darüber hinaus spielen natürlich auch die verfügbaren Mittel eine signifikante Rolle. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass keine großen Beträge monatlich gespart und angelegt werden müssen. Vor allem ein langer Anlagehorizont ermöglicht einen kontinuierlichen Vermögensaufbau. Viele Banken bieten bereits ETF-Sparpläne ab 25 € pro Monat an.

Wie lautet Ihr Fazit zum Thema Geldanlage für die eigenen Kinder oder Enkelkinder?

Kinder haben Wünsche und diese werden im zunehmenden Alter auch teurer, sei es das erste Auto oder das Studium. Diese Wünsche lassen sich jedoch mit großer Sicherheit vorhersehen. Dies erlaubt es Eltern oder Verwandten bereits frühzeitig mit dem Sparen und Investieren anzufangen. Aufgrund niedriger Zinsen auf Fest- und Tagesgelder rücken Aktien und Fonds immer mehr in den Fokus. Insbesondere ETFs eignen sich als recht sichere und renditereiche Anlagemöglichkeit über einen längeren Zeitraum. Diese lassen sich monatlich besparen, wodurch sich Vorteile des Cost-Average erreichen lassen.
Dennoch gilt es eine Vielzahl von Fragen vorab zu klären, um eine sinnvolle und möglichst ertragreiche Rendite für den Nachwuchs erzielen zu können. Das Anlageziel, die Laufzeit und die Sparfrequenz sollten hierfür beachtet werden, da unterschiedliche Ziele verschiedene Strategien erfordern. So oder so ist es durchaus empfehlenswert frühzeitig mit dem Sparen und Investieren anzufangen, um vom Zinsenzins zu profitieren und den eigenen Kindern oder Enkelkindern ihre späteren Wünsche erfüllen zu können.

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