Episode #071

Altersarmut bei Frauen | Sabine Trautmann

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Nachdem wir bereits in unserem Podcast „Altersvorsorge für Frauen“ die Möglichkeiten der Versicherungen und Direktanlage aufgezeigt haben, möchten wir heute das Thema der Altersarmut aufgreifen, die vermehrt Frauen in Deutschland betrifft.

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Was bedeutet denn überhaupt Altersarmut?

Der Begriff Altersarmut bedeutet, dass eine Person im Rentenalter nicht in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt mit eigenen Mitteln zu decken. Die Einnahmen reichen nicht aus, um die täglichen Ausgaben zu finanzieren. Unter armutsgefährdeten Personen wird verstanden, dass deren Einkommen weniger als 60 % des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt, wodurch diese Personengruppe gesamtgesellschaftlich als relativ arm angesehen wird.

Wie sehr sind wir hier in Deutschland davon betroffen?

In Deutschland ist die Armutsgefährdungsquote in den letzten Jahren gestiegen. Laut des Statistischen Bundesamtes nahm sie im Zeitraum von 2005 bis 2019 um 4,7 Prozentpunkte zu und stieg somit auf 15,7 %.
Sowohl bei der Betrachtung einzelner Bundesländer als auch bei den Geschlechtern, auf denen unser Fokus heute liegen wird, fallen Unterschiede auf. 13,7 % der 65-Jährigen oder älteren Männer waren 2019 armutsgefährdet. Die Quote der Frauen dieser Altersklasse lag hingegen bei 18,2 %. Ursächlich dafür sind auch die Renten, welche bei Frauen meist deutlich geringer ausfallen als bei Männern. Sie erhalten bis zu 50 % weniger Rente und haben es folglich viel schwerer finanzielle Herausforderungen im Alter zu vermeiden.

Welche Gründe gibt es für diese vermehrt bei Frauen auftretende Altersarmut?

Ein Grund für geringere Renten bei Frauen ist die Gender Pay Gap, die wir bereits in unserem Podcast „Altersvorsorge für Frauen“ angesprochen haben. Sie betrug 2020 18 % und zeigt, dass weibliche Arbeitskräfte trotz Ausübung der gleichen Position ein geringeres Gehalt erhalten als männliche. Gehaltsunterschiede führen somit auch zu geringeren Einzahlungen in die Rentenkassen, welche sich im Alter bemerkbar machen. Hinzu kommt die Unterbrechung der Arbeitszeit, welche sich Frauen während der Schwangerschaft und zur Erziehung der Kinder nehmen. Nicht nur der Lohn ist demnach niedriger, sondern auch die Anzahl der Beitragsjahre und -zahlungen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert es, sich kontinuierlich um die Altersvorsorge zu kümmern. Nur wenige Unternehmen erleichtern es weiblichen Arbeitskräften, die Karriere trotz Familienplanung fortzusetzen. Während der Erziehung der Kinder arbeiten Frauen im Gegensatz zu Männern deutlich weniger oder entscheiden sich, die Berufstätigkeit aufzugeben, sodass sie im Umkehrschluss weniger in die Altersvorsorge investieren. Frauen entscheiden sich aufgrund der Familie häufiger für Teilzeitbeschäftigungen, weshalb ebenfalls geringere Beiträge in die Rentenkasse einfließen. In einer Ehe wird das Familieneinkommen meist hauptsächlich durch den Mann beschafft.

Viele Frauen tauschen den Traumjob gegen den Traum der Familie.

Richtig. Erst bei einer Trennung wird vielen Frauen ihre finanzielle Abhängigkeit bewusst. In Deutschland ist jede vierte Frau, die sich nicht in einer Partnerschaft befindet, auf die finanzielle Unterstützung ihrer Angehörigen angewiesen. Besonders alleinerziehende Mütter sind daher bezüglich der Altersarmut gefährdet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung prognostizieren, dass der Anteil der alleinstehenden Rentnerinnen, welche auf staatliche Unterstützungen angewiesen sind, bis 2036 auf 27,8 % steigen werde. 2016 ergaben Untersuchungen einen Anteil von 16,2 %. Sie stellen daher die gesellschaftliche Gruppe dar, welche am meisten vom Faktor Armut bedroht ist.
Die Ursachen der Altersarmut entstehen folglich während der beruflichen Laufbahn. Menschen mit geringem Einkommen, welche zusätzlich zeitweise berufsuntätig waren, sind besonders bedroht. Diese Rentenlücken haben schwerwiegende Folgen im Alter, weswegen es umso wichtiger ist, sich mit seinen Finanzen zu beschäftigen.

Wie können sich Frauen vor der Altersarmut schützen?

Nach wie vor ist ein gesellschaftlicher und politischer Wandel notwendig, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu erreichen. Das betrifft sowohl die Gender Pay Gap, die Unterstützung bei der Familienplanung als auch das Rentensystem. Um sich bestmöglich gegen Altersarmut abzusichern, sollte von uns Frauen eine finanzielle Unabhängigkeit angestrebt werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass sich Frauen der Gefahr, sich den Lebensunterhalt im Alter nicht leisten zu können, bewusst sind. Besonders die finanzielle Sorglosigkeit in einer Partnerschaft lässt viele Frauen vergessen, dass sie sich trotzdem ihre Eigenständigkeit sichern sollten. Sie sollten kontinuierlich darauf bedacht sein, regelmäßig in die Altersvorsorge zu investieren. Aufgrund der Gehaltsdifferenzen und Teilzeitarbeit ist es ratsam, früh damit anzufangen und mit Beginn der Erwerbstätigkeit kleine Summen einzuzahlen. Es sollte sich nicht nur auf die gesetzliche Rente und Versicherungen verlassen werden. In unserem Podcast „Altersvorsorge für Frauen“ vergleichen wir, inwiefern sich Versicherungen und Direktanlagen für die Vorsorge eignen. Hören Sie hier gerne nochmal rein. Direktanlagen sind flexibel und transparent und bieten zudem höhere Renditen. Sie können jederzeit den sich ändernden Lebenssituationen angepasst werden. Bei Fondssparplänen kann schon mit einer geringen Rate Kapital für die private Vorsorge angespart werden.

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