Ein gutes Börsenjahr geht zu Ende

Verfasst von Kai Heinrich | 21. Dezember 2017

Ein gutes Aktienjahr geht zu Ende und auch dieses Jahr fehlte es nicht an polarisierenden Themen, die immer wieder zu Unsicherheiten geführt haben. So bleibt in diesem Jahr den meisten Marktteilnehmern die Zuspitzung (welt-) politischer Krisen in Erinnerung. Sei es der Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea, die Entwicklungen im Nahen Osten, die Spannungen innerhalb der EU, die Brexit-Verhandlungen, oder die Bundestagswahl in Deutschland, die nicht nur bei Anlegern Emotionen hervorgerufen hat. Eine alte Börsenweisheit besagt, dass politische Börsen meist kurze Beine haben. Und dem war auch so.

Völlig losgelöst von all diesen Unsicherheitsfaktoren haben die globalen Aktienmärkte im Jahr 2017 ihren Marathon fortgesetzt und neue Höchststände erzielt. Vor allem Technologietitel verzeichneten enorme Zuwächse. In Europa gewann die Konjunktur an Dynamik. Viele Wachstumsprognosen wurden nach oben angepasst. Mit der konjunkturellen Dynamik gingen nebst einer Euro-Aufwertung ebenso steigende europäische Aktienmärkte einher. Der Deutsche Aktienindex DAX kletterte im Oktober diesen Jahres erstmals über 13.000 Punkte.

Auch mit Blick auf die US-Indizes kann sicherlich von einem erfreulichen Aktienjahr gesprochen werden. Die US-Börsen sind bedingt durch die „Trump-Rally“ gut in das Jahr 2017 gestartet. Allerdings kamen im Jahresverlauf vermehrt Zweifel an den angekündigten Reformmaßnahmen des umstrittenen US-Präsidenten auf. Besondere Aufmerksamkeit bekam die von Trump angekündigte Steuerreform, die den dortigen Unternehmen eine gewaltige Steuererleichterung bescheren sollte. Nach Zweifeln über deren Durchsetzbarkeit, konnte diese nun kurz vor den Weihnachtsfeiertagen vom Senat und dem Repräsentantenhaus verabschiedet werden. Besondere Reaktionen haben die Börsen nicht mehr gezeigt, da die Erwartungshaltung der Aktionäre sehr hoch war. Laut offiziellen Zahlen befindet sich die US-Wirtschaft auf einem robusten Kurs. Die Arbeitslosenquote in den USA ist auf den niedrigsten Stand seit 16 Jahren gesunken. Anlass genug für die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel etwas straffer zu ziehen und die Zinsen zu erhöhen. Drei Zinserhöhungen gab es im laufenden Jahr von Seiten der Fed. Die EZB hingegen änderte nichts an der Zinsschraube. Lediglich die monatlichen Anleihekäufe wurden auf „nur“ noch 30 Mrd. EUR pro Monat reduziert. Die Inflation blieb dennoch hinter den Erwartungen zurück.

Doch nicht alle Aktien konnten vom Börsen- und Wirtschaftsaufschwung profitieren. So belastete den in US-Aktien investierenden Anleger der schwache Dollar, der im Jahr 2017 mehr als 10% gegenüber dem Euro abwertete. Aber auch defensive Aktien, wie Nestlé, Fresenius SE oder Merck gehören durchaus zu den Verlierern. Letztere verloren im Kalenderjahr 2017 sogar mehr als 10% an Wert.

2017 war ein Börsenjahr, dem es an spannenden Ereignissen nicht gefehlt hat. Die Schwankungen waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer. Das Jahr geht somit als ein gutes Börsenjahr zu Ende, aber auch als ein Börsenjahr für riskantere Vermögenswerte. Technologieaktien, Mid- & Smallcaps, oder High Yield Bonds dürfen sich zu den Gewinnern des Börsenjahres zählen.

In Kürze finden Sie auf unserer Homepage einen Jahresausblick für das neue Börsenjahr 2018. Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie schöne und besinnliche Feiertage und natürlich einen guten Start ins Jahr 2018!

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