Dividendensaison voraus!

Verfasst von Stefan Wolpert | 20. März 2017

Siemens war das erste DAX-Unternehmen, das bereits am 2. Februar seine Gewinnausschüttung an die Aktionäre weitergebeben hat. Mit 3,60 EUR Dividende pro Aktie entsprach diese Dividende einer Rendite von knapp 3%. Renditen von denen Anleger verzinslicher Wertpapiere nur träumen können. In diesem Jahr werden bei den 30 DAX-Unternehmen Ausschüttungen über ca. 31,4 Mrd. EUR erwartet, was einer Steigerung von mehr als 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Schnitt dürfte die diesjährige Dividendenrendite der DAX-Unternehmen bei ca. 2,7% liegen, wohingegen es die Anleihen dieser Unternehmen auf Renditen zwischen 0-2% schaffen dürften. Neben den DAX –Unternehmen finden sich auch im MDAX oder dem TecDAX Unternehmen mit einer  äußerst verlockenden Dividendenzahlung wieder.  So lässt der Mobilfunk-Provider Freenet mit einer Dividendenrendite von ca. 5,5% richtig die Kasse klingeln.

Doch ganz so einfach ist es mit dem Geldverdienen dann doch nicht und Anleger sollten beim Kauf von Aktien nicht ausschließlich die Dividendenrendite als Kriterium heranziehen. Insbesondere die beiden Versorger-Aktien E.ON und RWE verdeutlichen dies. Bei beiden Unternehmen standen stets hohe Dividendenrenditen auf dem Papier. Nebst starken Kursverlusten in den vergangenen Jahren, wird RWE dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge keine Dividende bezahlen und bei E.ON wird diese voraussichtlich halbiert. Wer langfristig auf dividendenstarke Aktien setzen möchte sollte darauf achten, dass das jeweilige Unternehmen seine Dividende nicht aus der Substanz heraus bezahlt, sondern durch seine laufenden Einnahmen. Nun sieht man am Beispiel der Versorger-Aktien auch, dass nebst der Dividende auch die Qualität des Geschäftsmodells eine sehr wichtige Rolle spielt. Insbesondere bei diesen beiden Aktien hatte aufgrund der Energiewende die Qualität des Geschäftsmodells nicht mehr gepasst und ein Wachstumstrend war nicht mehr zu erkennen. Nur mit einem positiven Wachstumstrend wächst auch die Ausschüttung mit. Als sehr interessant erachten wir sogenannte Dividenden-Aristokraten. Ein Unternehmen wird als Dividendenaristokrat bezeichnet, wenn es in den letzten 25 Jahren stets seine jährliche Dividendenzahlung erhöht hat, wie zum Beispiel Coca-Cola. Das Unternehmen hat 54 Jahre in Folge seine Dividende angehoben. Kein Wunder, dass das Unternehmen zu den Lieblingsaktien von Warren Buffet gehört. Wird auch nur in einem Jahr von Unternehmensseite die Dividende gestrichen, so zählt das Unternehmen nicht mehr zu den Dividendenaristokraten.

Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase werden Dividendentitel gerne als Anleihealternativen angesehen. Mittel- bis langfristig halten wir es für sehr wichtig einem Gesamtportfolio einen gewissen Anteil an Dividendentiteln beizumischen.  Je nach persönlicher Risikobereitschaft des Anlegers kann dieser Anteil an Dividendentiteln höher oder niedriger gewichtet werden. Wichtig ist, dass Unternehmen herangezogen werden, die nachhaltig eine attraktive Dividende bezahlen. Auch in Anbetracht wieder steigender Inflationsraten bieten Dividendentitel durchaus einen wichtigen Beitrag zum realen Vermögenserhalt. In aller Regel steigen die Gewinne der Unternehmen im Falle einer Preissteigerung schneller, als dass diese durch wieder steigende Kosten (z.B. in Form von steigenden Lohnkosten) aufgezehrt werden.

Kontaktieren Sie uns