Verdacht auf Greenwashing bei der DWS – Die Plutos-Marktrunde, KW 35

Verdacht auf Greenwashing bei der DWS - Wiese Windrad Berge Umwelt
Die Leitindizes beendeten die zurückliegende Woche durchweg positiv und die Wall Street erreichte sogar neue Rekordstände. Zudem geriet Mitte letzter Woche die Aktie des deutschen Vermögensverwalters DWS unter Druck. Mehr dazu in dieser Marktrunde.

Inhaltsverzeichnis

Die Leitindizes beendeten die zurückliegende Woche durchweg positiv und die Wall Street erreichte sogar neue Rekordstände. Zudem geriet Mitte letzter Woche die Aktie des deutschen Vermögensverwalters DWS, welche zu 80 % der Deutschen Bank gehört, unter Druck. Ein Greenwashing-Verdacht kostete die DWS eine Milliarde Euro an Börsenwert.

Fluten der Märkte mit Liquidität bald beendet?

Die Leitindizes beendeten die zurückliegende Woche durchweg positiv. Die Wall Street erreichte sogar neue Rekordstände, welche vermutlich auf die Äußerungen des amerikanischen Zentralbankchefs zurückzuführen sind. Gespannt verfolgten Investoren die Rede des Oberhauptes der amerikanischen Notenbank. Jerome Powell vermied scharfe Töne und verkündete auch keinen festen Zeitplan einer Änderung der aktuellen Fiskalpolitik, wobei er darauf verwies, dass die Fed noch dieses Jahr die monatlichen Anleihekäufe von 120 Milliarden US-Dollar voraussichtlich reduzieren werde. 

Anleger:innen befürchteten, dass aufgrund einer anziehenden Inflation und einer möglichen Überhitzung der Wirtschaft, die Notenbank sich gezwungen sieht, das Fluten der Märkte mit Liquidität vorzeitig zu beenden. Dies hätte voraussichtlich negative Folgen für die Entwicklung von Aktienkursen. Das weitere Vorgehen der Notenbanken ist derzeit schwer einzuschätzen. Zum einen, weil die Corona-Mutationen die Wirtschaft nach wie vor belasten und zum anderen, weil nicht ganz klar ist, welche Folgen der Wirtschaft widerfahren, wenn man den Märkten Liquidität entzieht. Festzuhalten bleibt, dass sowohl die Nasdaq wie auch der S&P 500 die Woche mit neuen Höchstständen beendeten.

Abgestrafte chinesische Aktien

Wie aus der folgenden Grafik ersichtlich wird, haben sich die chinesischen Aktien im aktuellen Jahr gegenüber den amerikanischen Werten negativ entwickelt. Es scheint, als ob einige chinesische Titel, nachdem sie in der Vergangenheit aufgrund von Einschränkungen der eigenen Regierung teilweise erhebliche Kurseinbrüche hinnehmen mussten, ihre Talfahrt beendet haben. 

Kursveraenderung MSCI China vs. MSCI USA ueber sechs Monate
Kursveränderung MSCI China vs. MSCI USA über sechs Monate – Quelle: themarket.ch

So hat beispielsweise das chinesische Online-Versandhaus JD.com, welches in New York gelistet ist, in den vergangenen fünf Handelstagen fast 20 % zugelegt. Aus den zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen geht ein Umsatzwachstum von 30 % hervor. Durch die positiven Kennzahlen der asiatischen Unternehmen sind diese laut einiger Marktteilnehmer derzeit günstig bewertet. So gab zum Beispiel Cathie Wood, Chief Executive Officer von ARK Invest, bekannt, dass sie die günstigen Bewertungen für einen erneuten Einstieg in einige große Titel wie Alibaba und Tencent genutzt habe. 

Greenwashing bei der DWS?

Außerdem geriet Mitte letzter Woche die Aktie des deutschen Vermögensverwalters DWS, welche zu 80 % der Deutschen Bank gehört, unter Druck. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen das Unternehmen. Die US-Behörden werfen dem deutschen Asset-Manager vor, dass dieser bewusst falsche nachhaltige Investmentquoten publizierte. Nach Bekanntgabe der Investigation fiel der Kurs der Aktie um 13 %. Derzeit werden viele Finanzprodukte als ökologisch sinnvoll und nachhaltig deklariert. Aktuell gibt es seitens des Gesetzgebers keine einheitlichen Kriterien dafür, wie ein nachhaltiges Finanzprodukt strukturiert sein muss. Vermutlich wird dies nicht der letzte Verdacht auf Greenwashing in der Finanzbranche gewesen sein.

Mehr dazu lesen Sie in unserer vollständigen Marktrunde für die KW 35.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Fondsmanagement, Personal und Compliance. Er agiert außerdem seit 2020 neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance. Zuvor war Kai Heinrich Leiter des Wertpapiergeschäftes der Commerzbank AG Region Taunus und Direktor des Wealth Managements bei der Commerzbank AG Region Rhein Saar.

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