Abkühlung in den USA – Zinssenkung wohl im September

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Konjunktur & Aktienmärkte

Konjunktur & Rentenmärkte:

Schwache Konjunkturdaten aus den USA erwiesen sich in der vergangenen Woche überraschend als Kurstreiber für die Aktienmärkte. Vor allem der Rückfall des ISM-Index für den Dienstleistungssektor wurde von den Marktteilnehmern als Zeichen dafür gesehen, dass die hohen Zinsen nicht nur zinssensitive Bereiche wie die Industrie und den Immobiliensektor ausbremsen, sondern dass nun auch arbeitsintensive Dienstleistungsbranchen die Abkühlung spüren.

Der Arbeitsmarktbericht, der am Freitag, dem 05.07.2024 veröffentlicht wurde, widerspricht dieser Einschätzung nicht. Jedoch war der Zuwachs im Juni 2024 mit 206.000 zusätzlichen Stellen etwas höher als erwartet. Der überraschend hohe Zuwachs im Mai wurde jedoch nach unten revidiert und die Arbeitslosenquote stieg von 4,0 % auf 4,1 %.

Eine Zinssenkung seitens der US-Notenbank im September wird aktuell zu 75 % eingepreist – gegenüber 66 % vor einer Woche. Mit einer Rückkehr der Inflation zum Ziel der Notenbank von zwei Prozent sei erst Ende kommenden Jahres oder im übernächsten Jahr zu rechnen, sagte Powell auf dem jährlichen Geldpolitik-Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra.

So lange wird die US-Notenbank nicht abwarten. Eine Zinssenkung im September ist daher sehr wahrscheinlich. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde meldete sich in Sintra zu Wort. Sie sieht die EZB „mit mehreren Ungewissheiten konfrontiert“. So stelle sich die Frage, wie sich Gewinne, Löhne und Produktivität in ihrem Zusammenhang entwickeln werden.

Die EZB wird daher weiter datenabhängig vorgehen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Auch die Konjunkturdaten aus dem Euroraum blieben zuletzt hinter den Erwartungen zurück. So fiel die deutsche Industrieproduktion im Mai 2024 um 2,5 % zurück, während Analysten mit einem leichten Anstieg gerechnet hatten. Zudem befanden sich die Auftragseingänge den dritten Monat in Folge im Rückwärtsgang. Der europäische Dienstleistungsbereich zeigt gemessen am Einkaufsmanagerindex einen Schwungverlust.

Aktienmärkte

Aktienanleger griffen erneut bei Titeln großer Tech-Konzerne zu. Die Aktien von Apple, Microsoft und der Google-Mutter Alphabet notierten Rekordhochs. Neben dem Dauerbrenner künstliche Intelligenz trieben auch erneut die Zinssenkungserwartungen die Kurse an. Der DAX schloss am Freitag, dem 05.07.2024 bei 18.475 Punkten (+13,2 %) und der Dow-Jones-Index bei 39.376 Punkten (+,6 %).

Einzelwerte

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung schätzt, dass sein Betriebsgewinn durch den KI-Boom und durch die anziehenden Halbleiterpreise auf 10,4 Billionen Won (7,54 Milliarden Dollar) gestiegen ist. Damit hätte sich der Betriebsgewinn mehr als verfünfzehnfacht. Im Vorjahreszeitraum habe der Betriebsgewinn bei 670 Milliarden Won gelegen.

Die Mitarbeiter sind jedoch unzufrieden und wollen drei Tage streiken. Die Gewerkschaft fordert einen zusätzlichen Urlaubstag für die Beschäftigten und eine Verbesserung des leistungsbezogenen Bonussystems. Die weitgehend automatisierte Produktion dürfte von einem dreitägigen Streik kaum betroffen sein.

Wegen der starken Nachfrage nach KI-Servern ist bei Foxconn der Q2-Umsatz im Segment Cloud- und Netzwerkprodukte im Vergleich zum Vorjahr und zum Vorquartal deutlich gestiegen. Der weltgrößte Auftragsfertiger von Elektronikprodukten und größte Zulieferer für die iPhones von Apple hat für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg von 19,1 % gemeldet. Damit wurden die Analystenerwartungen übertroffen. Foxconn schätzt, dass sich der Trend im dritten, laufenden Quartal fortsetzt.

Der schweizerische Pharmakonzern Roche muss einen Rückschlag bei der Entwicklung einer neuen Krebs-Kombinationstherapie hinnehmen. Eine Studie mit den Medikamenten Tiragolumab und Tecentriq zur Behandlung von Lungenkrebs hat das Studienziel verfehlt. Roche will die Studie beenden.

Deutz will zukünftig mit dem indischen Landtechnikkonzern Tafe Motors and Tractors zusammenarbeiten. Mutterkonzern Tafe ist der drittgrößte Traktorhersteller der Welt. Die beiden indischen Unternehmen sollen 30.000 Deutz-Motoren in Lizenz herstellen. Dadurch kann Deutz auch kleinere Motoren demnächst kostengünstig anbieten. Die Zusammenarbeit bei alternativen Antriebsarten sei ebenfalls möglich.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis der monatlichen Verkaufsberichte hat BYD im zweiten Quartal seine Verkäufe um 12 % auf 426.039 Fahrzeuge gesteigert. BYD dürfte daher nun gleichauf mit dem Rivalen Tesla liegen. Laut Angaben der China Passenger Car Association (CPCA) schrumpften die Verkäufe der von Tesla in China hergestellten Autos im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 24,2 % auf 71.007 Einheiten.

Beide Hersteller leiden aber unter der Kaufzurückhaltung bei E-Autos. Porsche möchte in das Geschäft mit großformatigen Lithium-Ionen-Zellen investieren und verhandelt dazu mit Varta. Porsche könnte die Mehrheit an der Varta-Tochter V4Drive Battery GmbH übernehmen. Ob es tatsächlich zu einem Einstieg von Porsche kommt, hängt unter anderem noch von einer laufenden Due Diligence der Volkswagen-Tochter und der Zustimmung bestimmter Varta-Aktionäre ab.

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Kai Heinrich

Kai Heinrich

Kai Heinrich ist seit 2012 im Vorstand der Plutos Vermögensverwaltung AG und verantwortet schwerpunktmäßig die Bereiche Unternehmenssteuerung, Bestandskundenbetreuung, Fondsmanagement und Organisation. Zusätzlich ist er Fondsmanager des Kana NEB Funds und agiert neben Thomas Käsdorf als Co-Fondsmanager des offensiven Mischfonds Plutos Multi Chance.

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